- Englisch
- Codec
- Auch genannt
- Codecs, Videocodec, Video-Codec, Audiocodec, Kompressionsverfahren
- Thema
- Formate & Qualität
Ein Codec ist ein Verfahren, mit dem Videos oder Tonspuren komprimiert und beim Abspielen wieder entpackt werden. Der Name setzt sich aus Coder und Decoder zusammen. Ohne Codecs wären Videodateien so groß, dass man sie kaum speichern oder streamen könnte.
Wie funktioniert ein Video-Codec?
Ein Video besteht aus vielen Einzelbildern, die sich von Bild zu Bild oft kaum ändern. Ein Codec speichert deshalb nicht jedes Bild vollständig, sondern regelmäßig ein Vollbild und dazwischen nur die Veränderungen. Zusätzlich entfernt er Details, die das Auge kaum wahrnimmt. Wie stark er komprimiert, steuert die Bitrate. Die meisten Codecs arbeiten verlustbehaftet, ein Teil der Bildinformation geht also verloren.
Codecs lassen sich grob in zwei Gruppen teilen. Auslieferungs-Codecs wie H.264, H.265 und AV1 komprimieren stark und sind für Streaming und Upload gedacht. Schnitt-Codecs wie ProRes komprimieren schwächer und speichern jedes Bild einzeln, damit der Schnitt flüssig läuft und bei mehrfacher Bearbeitung wenig Qualität verloren geht.
Codec und Container
Der Codec ist nicht dasselbe wie das Dateiformat. Eine MP4-Datei ist ein Container, in dem zum Beispiel ein H.264-Video und eine AAC-Tonspur stecken. In einer MOV-Datei kann ebenfalls H.264 liegen, aber auch ProRes. Die Dateiendung allein sagt also nicht, welcher Codec verwendet wurde.
Was bedeutet das für KI-Videos?
Die meisten KI-Videotools liefern MP4 mit H.264, weil das überall abspielbar ist. Einige bieten professionelle Formate. Runway nennt laut Anbieter ProRes-Export in höheren Plänen. Wenn du KI-Clips stark nachbearbeitest, lohnt sich ein Schnitt-Codec als Zwischenformat. Für den finalen Upload auf YouTube, TikTok oder Instagram reicht H.264 in MP4. Achte nur darauf, nicht mehrmals hintereinander verlustbehaftet zu exportieren.
Werkzeuge für Schnitt und Export findest du unter KI-Video-Editoren.
Häufige Fragen zu Codec
Was ist der Unterschied zwischen Codec und Dateiformat?
Der Codec bestimmt, wie Bild und Ton komprimiert sind. Das Dateiformat, auch Container genannt, ist die Hülle, in der Video, Ton und Untertitel zusammen gespeichert werden, etwa MP4, MOV oder WebM.
Welcher Codec ist der beste?
Das hängt vom Zweck ab. H.264 läuft fast überall, H.265 und AV1 sind effizienter, ProRes eignet sich für die Bearbeitung. Für Social Media ist H.264 in MP4 meist die sicherste Wahl.
Warum spielt mein Computer ein Video nicht ab?
Oft fehlt der passende Decoder, zum Beispiel für H.265 oder ProRes. Ein Player wie VLC bringt viele Codecs mit, oder du wandelst das Video in H.264 um.
Relevante Glossareinträge
- H.264H.264, auch AVC genannt, ist der verbreitetste Video-Codec. Fast alle KI-Videotools liefern ihre Clips als MP4 mit H.264, weil es überall abspielbar ist.
- H.265 (HEVC)H.265, auch HEVC genannt, ist der Nachfolger von H.264. Er erreicht ähnliche Bildqualität bei deutlich kleineren Dateien, läuft aber nicht überall.
- ProResProRes ist ein Video-Codec von Apple für Schnitt und Postproduktion. Er komprimiert nur leicht, behält viel Bildqualität und erzeugt große Dateien.
- MP4MP4 ist das verbreitetste Dateiformat für Videos. Es ist ein Container, der meist H.264-Video und AAC-Ton enthält, und läuft auf fast jedem Gerät.
- BitrateDie Bitrate gibt an, wie viele Daten pro Sekunde in einem Video stecken, meist in Mbit/s. Höhere Bitrate heißt mehr Details, aber auch größere Dateien.
- 1:1-Quadrat1:1 ist das quadratische Videoformat mit gleicher Breite und Höhe, etwa 1080 × 1080 Pixel. Es wird im Feed von Instagram, Facebook und LinkedIn genutzt.

Geschrieben von
Autor & Visual Designer · Co-Founder newcreation Media GmbH
Jochen Sahm ist seit 17 Jahren Designer, Freelancer und Photoshop-Experte und Co-Founder der newcreation Media GmbH. Dort verantwortet er KI, Automatisierung und die Wahl der richtigen Werkzeuge. Zuletzt aktualisiert am 26.10.2026.























