- Englisch
- Apple ProRes
- Auch genannt
- Apple ProRes, ProRes 422, ProRes 4444, ProRes HQ, ProRes-Export
- Thema
- Formate & Qualität
ProRes ist eine Familie von Video-Codecs, die Apple für Schnitt und Postproduktion entwickelt hat. Anders als H.264 oder H.265 komprimiert ProRes nur schwach und speichert jedes Einzelbild für sich. Dadurch bleibt viel Bildinformation erhalten, und das Material lässt sich flüssig schneiden, allerdings mit sehr großen Dateien.
Welche ProRes-Varianten gibt es?
ProRes gibt es in mehreren Stufen mit unterschiedlicher Datenrate. ProRes 422 Proxy und LT sind kleiner und für Vorschau oder einfache Bearbeitung gedacht. ProRes 422 und 422 HQ sind der übliche Standard in Schnitt und Fernsehen. ProRes 4444 und 4444 XQ speichern mehr Farbinformation und auf Wunsch einen Alphakanal für Transparenz, was bei freigestellten Elementen und Compositing hilft. Gespeichert wird ProRes meist in einer MOV-Datei.
ProRes bei KI-Videos
Die meisten KI-Videotools liefern MP4 mit H.264. Für den schnellen Upload auf Social Media ist das ausreichend. Einige Anbieter richten sich an professionelle Nutzer und bieten ProRes als Exportformat an. Runway nennt laut Anbieter ProRes-Export in höheren Plänen.
Der Vorteil zeigt sich in der Nachbearbeitung. Wenn du einen KI-Clip farblich angleichst, mit echtem Kameramaterial mischst oder Effekte darüberlegst, verliert ProRes-Material weniger Qualität als ein bereits stark komprimiertes MP4. Farbverläufe und dunkle Bereiche bleiben sauberer.
Worauf du achten solltest
Ein ProRes-Export aus einem MP4 macht das Bild nicht besser. Die Qualität ist durch die Quelle begrenzt, ProRes verhindert nur weitere Verluste bei der Bearbeitung. Plane genug Speicherplatz ein, denn schon wenige Minuten in 4K belegen viele Gigabyte. Für die fertige Auslieferung wandelst du das Video am Ende wieder in H.264 oder H.265 um.
Werkzeuge für die Nachbearbeitung findest du unter KI-Video-Editoren. Für Werbefilme mit hohem Anspruch lohnt der Ratgeber KI-Werbevideo erstellen.
Häufige Fragen zu ProRes
Wofür brauche ich ProRes bei KI-Videos?
Wenn du KI-Clips professionell weiterbearbeitest, etwa im Color Grading oder beim Compositing. ProRes verliert bei mehrfacher Bearbeitung weniger Qualität als stark komprimierte Formate.
Kann ich ProRes unter Windows nutzen?
Ja. Gängige Schnittprogramme wie DaVinci Resolve oder Adobe Premiere Pro können ProRes auch unter Windows lesen, teilweise auch schreiben. Ältere Player brauchen dafür eventuell Zusatzsoftware.
Warum sind ProRes-Dateien so groß?
ProRes komprimiert jedes Bild einzeln und nur leicht. Das macht den Schnitt flüssig und erhält Details, führt aber zu Dateien, die ein Vielfaches einer MP4-Datei groß sein können.
Relevante Glossareinträge
- CodecEin Codec ist ein Verfahren, das Videos oder Audio komprimiert und wieder entpackt. Bekannte Video-Codecs sind H.264, H.265, AV1 und ProRes.
- MOVMOV ist das Videoformat von Apple QuickTime, ein Container für verschiedene Codecs, oft H.264, H.265 oder ProRes für den professionellen Schnitt.
- H.264H.264, auch AVC genannt, ist der verbreitetste Video-Codec. Fast alle KI-Videotools liefern ihre Clips als MP4 mit H.264, weil es überall abspielbar ist.
- HDRHDR (High Dynamic Range) ist ein Videoformat mit größerem Helligkeits- und Farbumfang als SDR. Lichter und Schatten zeigen mehr Details.
- Color GradingColor Grading ist die gestalterische Farbbearbeitung eines Videos. Es gibt Aufnahmen einen einheitlichen Look, etwa warm, kühl oder entsättigt.
- 1:1-Quadrat1:1 ist das quadratische Videoformat mit gleicher Breite und Höhe, etwa 1080 × 1080 Pixel. Es wird im Feed von Instagram, Facebook und LinkedIn genutzt.
Relevante Ratgeber und Testberichte
Hier kommt der Begriff vor.

Geschrieben von
Autor & Visual Designer · Co-Founder newcreation Media GmbH
Jochen Sahm ist seit 17 Jahren Designer, Freelancer und Photoshop-Experte und Co-Founder der newcreation Media GmbH. Dort verantwortet er KI, Automatisierung und die Wahl der richtigen Werkzeuge. Zuletzt aktualisiert am 26.10.2026.























