- Englisch
- Generative adversarial network
- Auch genannt
- GANs, Generative Adversarial Network, Generative Adversarial Networks, generatives gegnerisches Netzwerk
- Thema
- Modelle & Technik
Ein GAN, ausgeschrieben Generative Adversarial Network, ist ein KI-Verfahren, bei dem zwei neuronale Netze gegeneinander antreten. Der Generator erzeugt Bilder, der Diskriminator versucht, sie von echten Bildern zu unterscheiden. Durch diesen Wettstreit werden die erzeugten Bilder immer realistischer.
Wie funktioniert ein GAN?
Ian Goodfellow und Kollegen haben das Prinzip 2014 im Paper Generative Adversarial Networks vorgestellt. Man kann es sich wie einen Fälscher und einen Gutachter vorstellen. Der Fälscher malt Bilder, der Gutachter bekommt abwechselnd echte und gefälschte Bilder vorgelegt und muss sie auseinanderhalten. Jedes Mal, wenn der Gutachter eine Fälschung erkennt, lernt der Fälscher daraus. Jedes Mal, wenn er sich täuschen lässt, lernt der Gutachter. Am Ende erzeugt der Generator Bilder, die der Diskriminator kaum noch von echten unterscheiden kann.
Welche Rolle spielen GANs bei KI-Videos?
Bis etwa 2021 waren GANs das führende Verfahren für realistische KI-Bilder, etwa für Porträts von Menschen, die es nicht gibt. Auch frühe Deepfakes und Face-Swap-Programme nutzten oft GAN-Technik. Für Text-to-Video haben sich inzwischen Diffusionsmodelle durchgesetzt. Sie lassen sich besser mit Prompts steuern und decken mehr unterschiedliche Motive ab. GANs sind beim Training außerdem schwer zu stabilisieren und neigen dazu, immer wieder ähnliche Bilder zu erzeugen.
Verschwunden sind GANs trotzdem nicht. Ihr Vorteil ist die Geschwindigkeit, denn ein Bild entsteht in einem einzigen Rechenschritt. Deshalb stecken sie häufig in Werkzeugen für Upscaling und Gesichtsrestaurierung. Bei manchen Diffusionsmodellen wird das GAN-Prinzip zudem im Training genutzt, um die Zahl der nötigen Rechenschritte zu verringern.
Was bedeutet das für dich?
Wenn ein Tool mit GAN-Technik wirbt, geht es meist um Nachbearbeitung wie Schärfen, Hochskalieren oder Gesichter verbessern. Für die Erzeugung ganzer Szenen aus Text sind heute andere Modelle zuständig. Passende Werkzeuge für die Bearbeitung findest du unter KI-Video-Editoren.
Häufige Fragen zu GAN
Was ist der Unterschied zwischen einem GAN und einem Diffusionsmodell?
Ein GAN erzeugt ein Bild in einem einzigen Durchgang und lernt durch den Wettstreit mit einem Prüfnetz. Ein Diffusionsmodell erzeugt das Bild in vielen Schritten aus Rauschen. Diffusionsmodelle sind meist vielseitiger und lassen sich besser per Text steuern, GANs sind dafür schneller.
Werden GANs noch verwendet?
Ja, vor allem dort, wo es auf Tempo ankommt. Viele Upscaler, Gesichtsrestaurierungen und manche Lip-Sync-Verfahren beruhen auf GANs oder nutzen das Prinzip als Teil des Trainings.
Relevante Glossareinträge
- DiffusionsmodellEin Diffusionsmodell erzeugt Bilder oder Videos schrittweise aus zufälligem Rauschen. Die meisten aktuellen Videogeneratoren beruhen darauf.
- DeepfakeEin Deepfake ist ein mit KI erzeugter oder veränderter Bild-, Ton- oder Videoinhalt, der echte Personen, Orte oder Ereignisse täuschend echt nachbildet.
- UpscalingUpscaling rechnet ein Video per KI auf eine höhere Auflösung hoch, etwa von 720p auf 4K, und ergänzt dabei Details, die im Original fehlen.
- Generative KIGenerative KI sind KI-Modelle, die aus Trainingsdaten neue Inhalte erzeugen, etwa Texte, Bilder, Stimmen oder Videos. KI-Videogeneratoren gehören dazu.
- Face SwapFace Swap ist der Austausch eines Gesichts in einem Bild oder Video durch ein anderes per KI. Mimik und Kopfbewegung bleiben, nur die Identität wechselt.
- 4K4K ist eine Videoauflösung mit 3840 × 2160 Pixeln (Ultra HD), viermal so viele wie Full HD. Bei KI-Videos oft nur per Upscaling oder in teuren Plänen.

Geschrieben von
Autor & Visual Designer · Co-Founder newcreation Media GmbH
Jochen Sahm ist seit 17 Jahren Designer, Freelancer und Photoshop-Experte und Co-Founder der newcreation Media GmbH. Dort verantwortet er KI, Automatisierung und die Wahl der richtigen Werkzeuge. Zuletzt aktualisiert am 26.10.2026.























