- Auch genannt
- Deepfakes, Deep Fake, Deepfake-Video
- Thema
- Recht & Sicherheit
Ein Deepfake ist ein mit KI erzeugtes oder verändertes Bild, Video oder Tondokument, das echte Personen, Orte oder Ereignisse so nachbildet, dass es für echt gehalten werden kann. Typisch sind Videos, in denen eine reale Person Dinge sagt oder tut, die nie passiert sind. Der Begriff setzt sich aus „Deep Learning“ und „Fake“ zusammen.
Wie entstehen Deepfakes?
Früher brauchte man für einen Deepfake viel Bildmaterial einer Person und ein eigens trainiertes Modell, das ein Gesicht auf ein anderes überträgt (Face Swap). Heute reichen oft ein einzelnes Foto und eine kurze Sprachaufnahme. KI-Avatar-Tools erzeugen daraus eine sprechende Person, Voice Cloning liefert die passende Stimme, und Lip-Sync passt die Mundbewegungen an.
Dieselbe Technik steckt in legitimen Anwendungen, etwa wenn du einen KI-Avatar von dir selbst erstellst oder ein eigenes Video in andere Sprachen übersetzen lässt. Zum Deepfake im problematischen Sinn wird ein Inhalt, wenn er täuscht oder ohne Einwilligung der dargestellten Person entsteht.
Was sagt das Recht zu Deepfakes?
Die EU-KI-Verordnung definiert Deepfakes in Artikel 3 Nr. 60 als KI-erzeugte oder manipulierte Bild-, Ton- oder Videoinhalte, die echten Personen, Gegenständen, Orten oder Ereignissen ähneln und fälschlich als echt erscheinen würden. Nach Artikel 50 müssen Betreiber, die solche Inhalte beruflich einsetzen, offenlegen, dass sie künstlich erzeugt oder verändert wurden. Für erkennbar künstlerische, satirische oder fiktionale Werke gelten eingeschränkte Pflichten.
Unabhängig davon schützt in Deutschland das Persönlichkeitsrecht Bild und Stimme einer Person. Bildnisse dürfen nach § 22 Kunsturhebergesetz grundsätzlich nur mit Einwilligung verbreitet werden. Je nach Inhalt kommen Beleidigung, Betrug oder Verletzungen des höchstpersönlichen Lebensbereichs hinzu.
Worauf du achten solltest
Verwende nur dein eigenes Gesicht und deine eigene Stimme oder die von Personen, die schriftlich zugestimmt haben. Kennzeichne realistische KI-Videos von Menschen deutlich, auch wenn sie harmlos gemeint sind. Viele Plattformen wie YouTube, TikTok und Instagram verlangen eine Kennzeichnung realistischer KI-Inhalte in ihren Richtlinien.
Mehr dazu im Ratgeber KI-Videos und Recht.
Häufige Fragen zu Deepfake
Sind Deepfakes in Deutschland verboten?
Nicht grundsätzlich. Verboten ist vieles, was man damit tun kann, etwa Bilder einer Person ohne Einwilligung zu verbreiten, sie zu beleidigen oder zu täuschen. Wer Deepfakes beruflich veröffentlicht, muss sie nach der EU-KI-Verordnung offenlegen.
Ist jedes KI-Video ein Deepfake?
Nein. Ein Deepfake bildet echte Personen, Orte oder Ereignisse so nach, dass man es für echt halten kann. Ein erkennbar animiertes Fantasievideo fällt nicht darunter.
Wie erkenne ich ein Deepfake?
Hinweise sind unnatürliche Mundbewegungen, flackernde Ränder um Gesicht und Haare, seltsame Hände oder Licht, das nicht zur Umgebung passt. Sicher ist die Erkennung mit bloßem Auge aber nicht, Herkunftsnachweise wie C2PA helfen zusätzlich.
Relevante Glossareinträge
- KI-Kennzeichnungspflicht (AI Act)Die KI-Kennzeichnungspflicht nach Art. 50 der EU-KI-Verordnung verlangt, dass KI-Inhalte maschinenlesbar markiert und Deepfakes offengelegt werden.
- Voice CloningVoice Cloning erzeugt per KI eine Kopie einer echten Stimme aus einer Sprachaufnahme. Damit lassen sich beliebige Texte mit dieser Stimme sprechen.
- C2PA / Content CredentialsC2PA ist ein offener Standard, der Herkunft und Bearbeitung von Bildern und Videos signiert in der Datei speichert, als sogenannte Content Credentials.
- Digitaler ZwillingEin digitaler Zwilling ist ein Avatar-Klon einer echten Person, der Aussehen, Stimme und Mimik nachbildet und beliebige Texte sprechen kann.
- Urheberrecht bei KI-VideosUrheberrecht bei KI-Videos betrifft die Frage, ob an KI-Clips ein Schutzrecht entsteht. In Deutschland schützt es nur persönliche geistige Schöpfungen.
- AVV (Auftragsverarbeitungsvertrag)Ein AVV ist ein Vertrag nach Art. 28 DSGVO. Er regelt, wie ein Dienstleister wie ein KI-Videotool personenbezogene Daten im Auftrag verarbeitet.
Relevante Ratgeber und Testberichte
Hier kommt der Begriff vor.

Geschrieben von
Autor & Visual Designer · Co-Founder newcreation Media GmbH
Jochen Sahm ist seit 17 Jahren Designer, Freelancer und Photoshop-Experte und Co-Founder der newcreation Media GmbH. Dort verantwortet er KI, Automatisierung und die Wahl der richtigen Werkzeuge. Zuletzt aktualisiert am 26.10.2026.























