- Englisch
- AI labelling obligation
- Auch genannt
- Kennzeichnungspflicht, AI Act Kennzeichnungspflicht, Art. 50 KI-Verordnung, Transparenzpflichten
- Thema
- Recht & Sicherheit
Die KI-Kennzeichnungspflicht ist eine Regel aus Artikel 50 der EU-KI-Verordnung (EU) 2024/1689, auch AI Act genannt. Sie verlangt, dass KI-generierte Inhalte als solche erkennbar sind. Anbieter von KI-Tools müssen ihre Ergebnisse maschinenlesbar markieren, und wer realistische Deepfakes veröffentlicht, muss offenlegen, dass sie künstlich erzeugt sind. Dieser Eintrag gibt einen Überblick und ist keine Rechtsberatung.
Was regelt Artikel 50 für KI-Videos?
Artikel 50 unterscheidet zwischen zwei Rollen.
Anbieter, also die Firmen hinter KI-Videogeneratoren, müssen nach Absatz 2 sicherstellen, dass erzeugte Video-, Bild-, Audio- und Textinhalte in einem maschinenlesbaren Format markiert und als künstlich erzeugt erkennbar sind. Das geschieht über unsichtbare Wasserzeichen wie SynthID oder Metadaten nach dem C2PA-Standard. Darum musst du dich als Nutzer nicht selbst kümmern.
Betreiber, also du, wenn du ein KI-Tool beruflich einsetzt, müssen nach Absatz 4 offenlegen, wenn ein Inhalt ein Deepfake ist. Die Verordnung versteht darunter KI-erzeugte oder veränderte Bild-, Ton- oder Videoinhalte, die echten Personen, Gegenständen, Orten oder Ereignissen ähneln und fälschlich als echt erscheinen würden. Bei offensichtlich künstlerischen, kreativen, satirischen oder fiktionalen Werken reicht ein Hinweis, der die Darstellung nicht beeinträchtigt. Die Information muss spätestens beim ersten Kontakt mit dem Inhalt klar erkennbar sein.
Ab wann gilt die Pflicht?
Laut Verordnung gilt Artikel 50 ab dem 2. August 2026. Im Juli 2026 wurde der AI Act durch die Verordnung (EU) 2026/1744, den sogenannten Digital Omnibus zur KI, geändert. Diese Änderung verschiebt vor allem Pflichten für Hochrisiko-Systeme. Die Transparenzpflichten aus Artikel 50 bleiben laut einer Analyse der Kanzlei Gibson Dunn beim 2. August 2026. Für die maschinenlesbare Markierung nach Absatz 2 gilt eine Übergangsfrist bis 2. Dezember 2026, allerdings nur für KI-Systeme, die schon vor dem 2. August 2026 auf dem Markt waren. Prüfe den aktuellen Stand im Amtsblatt, bevor du dich darauf verlässt.
Worauf du achten solltest
Frag dich bei jedem Video, ob jemand es für eine echte Aufnahme halten könnte. Ein KI-Avatar, der als echte Mitarbeiterin auftritt, ein Werbeclip mit realistischen Personen oder ein nachgestelltes Ereignis sind typische Fälle, in denen eine Kennzeichnung naheliegt. Ein klar erkennbarer Animationsfilm ist es eher nicht.
Neben der KI-Verordnung können weitere Regeln greifen, etwa das Wettbewerbsrecht bei Werbung, Persönlichkeitsrechte und die Richtlinien von Plattformen wie YouTube, TikTok oder Meta, die eigene Kennzeichnungen für KI-Inhalte verlangen. Entferne außerdem keine Wasserzeichen aus generierten Videos.
Ausführlicher, mit Beispielen aus der Praxis, behandeln wir das Thema im Ratgeber KI-Videos und Recht. Bei konkreten Projekten, besonders in der Werbung, hol dir rechtlichen Rat.
Häufige Fragen zu KI-Kennzeichnungspflicht
Ab wann gilt die KI-Kennzeichnungspflicht?
Die Transparenzpflichten aus Art. 50 der KI-Verordnung gelten seit dem 2. August 2026. Für die maschinenlesbare Markierung bei Systemen, die schon vorher auf dem Markt waren, sieht die Änderung durch den Digital Omnibus eine Übergangsfrist bis 2. Dezember 2026 vor.
Muss ich jedes KI-Video kennzeichnen?
Nicht pauschal. Die Offenlegungspflicht für Nutzer betrifft vor allem Deepfakes, also realistisch wirkende Inhalte über echte Personen, Orte oder Ereignisse. Ob dein Video darunter fällt, hängt vom Einzelfall ab.
Was droht bei Verstößen?
Die KI-Verordnung sieht für Verstöße gegen die Transparenzpflichten Geldbußen von bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes vor, je nachdem, welcher Betrag höher ist.
Relevante Glossareinträge
- DeepfakeEin Deepfake ist ein mit KI erzeugter oder veränderter Bild-, Ton- oder Videoinhalt, der echte Personen, Orte oder Ereignisse täuschend echt nachbildet.
- WasserzeichenEin Wasserzeichen markiert ein Video als von einem bestimmten Tool erzeugt, sichtbar als Logo im Bild oder unsichtbar in den Bilddaten.
- SynthIDSynthID ist ein unsichtbares Wasserzeichen von Google DeepMind, das KI-Bilder, -Videos, -Audio und -Texte aus Google-Modellen erkennbar macht.
- C2PA / Content CredentialsC2PA ist ein offener Standard, der Herkunft und Bearbeitung von Bildern und Videos signiert in der Datei speichert, als sogenannte Content Credentials.
- Urheberrecht bei KI-VideosUrheberrecht bei KI-Videos betrifft die Frage, ob an KI-Clips ein Schutzrecht entsteht. In Deutschland schützt es nur persönliche geistige Schöpfungen.
- AVV (Auftragsverarbeitungsvertrag)Ein AVV ist ein Vertrag nach Art. 28 DSGVO. Er regelt, wie ein Dienstleister wie ein KI-Videotool personenbezogene Daten im Auftrag verarbeitet.
Relevante Ratgeber und Testberichte
Hier kommt der Begriff vor.

Geschrieben von
Autor & Visual Designer · Co-Founder newcreation Media GmbH
Jochen Sahm ist seit 17 Jahren Designer, Freelancer und Photoshop-Experte und Co-Founder der newcreation Media GmbH. Dort verantwortet er KI, Automatisierung und die Wahl der richtigen Werkzeuge. Zuletzt aktualisiert am 26.10.2026.























