- Englisch
- Coalition for Content Provenance and Authenticity
- Auch genannt
- C2PA, Content Credentials, Inhaltsnachweise, Herkunftsnachweis
- Thema
- Recht & Sicherheit
C2PA steht für Coalition for Content Provenance and Authenticity. Die Initiative hat einen offenen technischen Standard entwickelt, mit dem Herkunft und Bearbeitungsschritte eines Bildes, Videos oder Tondokuments kryptografisch signiert in der Datei gespeichert werden. Diese gespeicherten Angaben heißen Content Credentials.
Wer steht hinter C2PA?
Gegründet wurde die Coalition 2021 unter anderem von Adobe, Microsoft und der BBC, inzwischen sind viele weitere Technologie- und Medienunternehmen beteiligt. Die Spezifikation ist öffentlich auf c2pa.org einsehbar. Die Marke „Content Credentials“ und ein Prüfwerkzeug für Dateien findest du auf contentcredentials.org.
Wie funktionieren Content Credentials?
Wenn ein Programm C2PA unterstützt, schreibt es beim Erstellen oder Exportieren ein sogenanntes Manifest in die Datei. Darin steht zum Beispiel, mit welchem Werkzeug die Datei erzeugt wurde, ob generative KI beteiligt war und welche Bearbeitungen folgten. Das Manifest ist digital signiert. Wird die Datei danach unbemerkt verändert, passt die Signatur nicht mehr.
Bearbeitet jemand die Datei in einem Programm, das ebenfalls C2PA unterstützt, kommt ein neuer Eintrag hinzu. So entsteht eine Kette von Nachweisen, die sich zurückverfolgen lässt.
Wo liegen die Grenzen?
Content Credentials sind Metadaten. Sie gehen verloren, wenn eine Datei in einem Programm ohne C2PA-Unterstützung neu gespeichert, per Bildschirmaufnahme abgefilmt oder von manchen Plattformen beim Hochladen umgewandelt wird. Fehlende Angaben beweisen also nicht, dass ein Video echt ist.
Deshalb kombinieren manche Anbieter C2PA mit unsichtbaren Wasserzeichen in den Bilddaten. Google versieht zum Beispiel laut eigenen Angaben alle Veo-Videos mit einem SynthID-Wasserzeichen.
Warum ist C2PA für KI-Videos relevant?
Die EU-KI-Verordnung verlangt in Artikel 50, dass Anbieter von KI-Systemen erzeugte Bild-, Ton- und Videoinhalte in einem maschinenlesbaren Format als künstlich erzeugt kennzeichnen. C2PA ist eines der technischen Verfahren, mit denen sich das umsetzen lässt.
Für dich als Nutzer ersetzt das keine sichtbare Kennzeichnung. Wer Deepfakes veröffentlicht oder Plattformregeln einhalten muss, sollte KI-Inhalte zusätzlich im Video oder in der Beschreibung offenlegen. Was dabei gilt, steht im Ratgeber KI-Videos und Recht.
Häufige Fragen zu C2PA / Content Credentials
Was ist der Unterschied zwischen C2PA und einem Wasserzeichen?
C2PA speichert signierte Metadaten in der Datei, die beschreiben, wie sie entstanden ist. Ein unsichtbares Wasserzeichen steckt dagegen in den Bilddaten selbst und bleibt eher erhalten, wenn Metadaten verloren gehen.
Wie kann ich Content Credentials prüfen?
Über das Prüfwerkzeug auf contentcredentials.org kannst du eine Datei hochladen und die gespeicherten Angaben anzeigen lassen. Fehlen sie, heißt das nicht, dass die Datei echt ist.
Reichen Content Credentials als KI-Kennzeichnung aus?
Sie helfen bei der maschinenlesbaren Kennzeichnung. Zuschauer sehen sie aber meist nicht, deshalb ersetzen sie keinen sichtbaren Hinweis, wo ein solcher Pflicht ist.
Relevante Glossareinträge
- WasserzeichenEin Wasserzeichen markiert ein Video als von einem bestimmten Tool erzeugt, sichtbar als Logo im Bild oder unsichtbar in den Bilddaten.
- SynthIDSynthID ist ein unsichtbares Wasserzeichen von Google DeepMind, das KI-Bilder, -Videos, -Audio und -Texte aus Google-Modellen erkennbar macht.
- KI-Kennzeichnungspflicht (AI Act)Die KI-Kennzeichnungspflicht nach Art. 50 der EU-KI-Verordnung verlangt, dass KI-Inhalte maschinenlesbar markiert und Deepfakes offengelegt werden.
- DeepfakeEin Deepfake ist ein mit KI erzeugter oder veränderter Bild-, Ton- oder Videoinhalt, der echte Personen, Orte oder Ereignisse täuschend echt nachbildet.
- AVV (Auftragsverarbeitungsvertrag)Ein AVV ist ein Vertrag nach Art. 28 DSGVO. Er regelt, wie ein Dienstleister wie ein KI-Videotool personenbezogene Daten im Auftrag verarbeitet.
- DSGVODie DSGVO ist die EU-Datenschutz-Grundverordnung. Sie regelt, wie KI-Videotools personenbezogene Daten wie Gesichter, Stimmen und Namen verarbeiten dürfen.
Relevante Ratgeber und Testberichte
Hier kommt der Begriff vor.

Geschrieben von
Autor & Visual Designer · Co-Founder newcreation Media GmbH
Jochen Sahm ist seit 17 Jahren Designer, Freelancer und Photoshop-Experte und Co-Founder der newcreation Media GmbH. Dort verantwortet er KI, Automatisierung und die Wahl der richtigen Werkzeuge. Zuletzt aktualisiert am 26.10.2026.























