- Englisch
- Diffusion model
- Auch genannt
- Diffusionsmodelle, Diffusion Model
- Thema
- Grundlagen
Ein Diffusionsmodell ist ein Verfahren des maschinellen Lernens, das Bilder oder Videos schrittweise aus zufälligem Rauschen erzeugt. Beim Training lernt das Modell, wie man Rauschen Schritt für Schritt aus Bildern entfernt. Bei der Erzeugung läuft der Vorgang andersherum: Aus reinem Rauschen entsteht, gesteuert durch deinen Prompt, ein Bild oder eine Bildfolge.
Wie funktioniert ein Diffusionsmodell?
Im Training bekommt das Modell Millionen Bilder oder Videos, denen nach und nach immer mehr Rauschen hinzugefügt wird, bis nur noch zufällige Pixel übrig sind. Das Modell lernt dabei, für jeden Schritt vorherzusagen, welcher Anteil Rauschen ist. Die Grundlage dafür beschreibt unter anderem die Arbeit Denoising Diffusion Probabilistic Models von Ho, Jain und Abbeel aus dem Jahr 2020.
Bei der Erzeugung startet das Modell mit Rauschen und entfernt es in vielen kleinen Schritten. Ein Textmodell übersetzt deinen Prompt vorher in eine Form, an der sich jeder Schritt orientiert. So entsteht nach und nach ein Bild, das zur Beschreibung passt.
Moderne Modelle rechnen meist nicht direkt auf Pixeln, sondern in einem komprimierten Zwischenraum (latente Diffusion). Das spart Rechenzeit. Viele aktuelle Videomodelle kombinieren das Verfahren außerdem mit einer Transformer-Architektur, man spricht dann von Diffusion Transformern.
Was ist bei Video anders als bei Bildern?
Ein Video besteht aus vielen Einzelbildern, die zueinander passen müssen. Ein Videomodell entrauscht deshalb nicht Bild für Bild, sondern alle Bilder eines Clips gemeinsam. Nur so bleiben Figuren, Licht und Hintergrund über die Zeit stabil. Das kostet viel Rechenleistung und ist ein Grund, warum KI-Clips meist nur wenige Sekunden lang sind und die Erzeugung Minuten dauern kann.
Was bedeutet das für dich als Nutzer?
Für die Nutzung musst du die Technik nicht verstehen. Sie erklärt aber einige typische Effekte:
- Derselbe Prompt liefert bei jedem Durchlauf ein etwas anderes Ergebnis, weil das Startrauschen jedes Mal anders ist.
- Längere Clips und höhere Auflösung kosten mehr Credits, weil mehr Daten durch alle Schritte gerechnet werden müssen.
- Fehler wie verformte Hände, flackernde Details oder unlesbare Schrift entstehen, wenn das Modell im Rauschen falsche Strukturen „erkennt“.
Wer Diffusionsmodelle selbst ausprobieren will, findet Modelle mit offenen Gewichten in der Kategorie Open Source. Wie du sie über Prompts besser steuerst, steht im Ratgeber KI-Video-Prompts schreiben.
Häufige Fragen zu Diffusionsmodell
Warum liefert derselbe Prompt jedes Mal ein anderes Video?
Weil jede Generierung mit anderem Zufallsrauschen startet. Manche Tools erlauben, den Startwert (Seed) festzulegen, dann wird das Ergebnis bei gleichen Einstellungen reproduzierbar.
Was ist der Unterschied zwischen einem Diffusionsmodell und einem Sprachmodell wie ChatGPT?
Ein Sprachmodell erzeugt Text Wort für Wort nacheinander. Ein Diffusionsmodell erzeugt ein ganzes Bild oder Video auf einmal und verfeinert es in vielen Schritten vom Rauschen zum fertigen Ergebnis.
Relevante Glossareinträge
- Generative KIGenerative KI sind KI-Modelle, die aus Trainingsdaten neue Inhalte erzeugen, etwa Texte, Bilder, Stimmen oder Videos. KI-Videogeneratoren gehören dazu.
- Text-to-VideoText-to-Video bezeichnet KI-Modelle, die aus einer schriftlichen Beschreibung, dem Prompt, einen Videoclip erzeugen, manche mit passendem Ton.
- SeedEin Seed ist eine Startzahl für den Zufall in einem KI-Modell. Mit gleichem Seed, Prompt und Einstellungen erhältst du ein sehr ähnliches Ergebnis.
- Zeitliche KonsistenzZeitliche Konsistenz heißt, dass Personen, Objekte und Details in einem KI-Video von Bild zu Bild stabil bleiben, ohne zu flackern.
- Open-Source-ModellEin Open-Source-Modell ist ein KI-Modell mit frei verfügbaren Gewichten, das du herunterladen und auf eigener Hardware betreiben kannst.
- Image-to-VideoImage-to-Video bezeichnet KI-Modelle, die ein Foto oder Bild als Startpunkt nehmen und daraus einen bewegten Videoclip erzeugen.

Geschrieben von
Autor & Visual Designer · Co-Founder newcreation Media GmbH
Jochen Sahm ist seit 17 Jahren Designer, Freelancer und Photoshop-Experte und Co-Founder der newcreation Media GmbH. Dort verantwortet er KI, Automatisierung und die Wahl der richtigen Werkzeuge. Zuletzt aktualisiert am 26.10.2026.























