- Englisch
- Latent space
- Auch genannt
- latenter Raum, latenten Raum, Latentraum, Latent-Raum, latente Diffusion, Latent Diffusion
- Thema
- Modelle & Technik
Der Latent Space ist ein komprimierter Zahlenraum, in dem ein KI-Modell Bilder oder Videos verarbeitet, statt mit echten Pixeln zu rechnen. Ein Bild oder Clip wird dafür in eine viel kleinere Darstellung übersetzt, die nur noch die wesentlichen Merkmale enthält. Fast alle aktuellen Videogeneratoren arbeiten auf diese Weise.
Wie funktioniert das?
Ein Encoder verdichtet das Bildmaterial. Aus einem Einzelbild mit Millionen Pixelwerten wird ein deutlich kleineres Raster aus Zahlen, bei Video werden zusätzlich mehrere aufeinanderfolgende Bilder zusammengefasst. Das Diffusionsmodell arbeitet nur in diesem verdichteten Raum: Es startet mit Rauschen und entrauscht es Schritt für Schritt. Erst am Ende übersetzt ein Decoder das Ergebnis zurück in sichtbare Bilder. Encoder und Decoder gehören meist zu einem VAE, einem Variational Autoencoder.
Bekannt wurde das Prinzip durch das Paper High-Resolution Image Synthesis with Latent Diffusion Models von Rombach und Kollegen aus dem Jahr 2021, die Grundlage von Stable Diffusion. Videomodelle haben den Ansatz übernommen und um die Zeitachse erweitert.
Was bedeutet das für deine Videos?
Ohne Latent Space wären KI-Videos in heutiger Länge und Auflösung kaum bezahlbar. Die Verdichtung hat aber Folgen. Feine Details wie kleine Schrift, Gesichter im Hintergrund oder dünne Muster gehen leichter verloren, weil sie im komprimierten Raum nur grob abgebildet sind. Manche Artefakte wie verschwommene Kanten oder leichtes Flimmern entstehen erst beim Zurückrechnen durch den Decoder.
Worauf du achten solltest
Wenn Details wichtig sind, plane größere Bildausschnitte ein. Ein Gesicht in Nahaufnahme gelingt meist besser als dasselbe Gesicht klein im Bild. Für mehr Schärfe im fertigen Clip hilft ein nachträgliches Upscaling. Wer offene Modelle lokal nutzt, kann außerdem den passenden VAE wählen, was sich auf Farben und Schärfe auswirkt. Mehr dazu unter Open Source.
Häufige Fragen zu Latent Space
Warum rechnen Videomodelle nicht direkt mit Pixeln?
Weil ein Video in voller Auflösung viel zu viele Daten enthält. Im Latent Space ist dieselbe Information stark verdichtet, sodass ein Modell mit deutlich weniger Rechenleistung auskommt.
Kann ich den Latent Space sehen?
Nicht direkt. Die Werte im Latent Space sind Zahlen, die erst ein Decoder wieder in Bilder übersetzt. In Werkzeugen wie ComfyUI tauchen sie als eigener Datentyp auf, meist mit der Bezeichnung Latent.
Relevante Glossareinträge
- VAE (Variational Autoencoder)Ein VAE (Variational Autoencoder) übersetzt Bilder in eine kompakte Zahlenform und wieder zurück. Videomodelle nutzen ihn als Kompressor.
- DiffusionsmodellEin Diffusionsmodell erzeugt Bilder oder Videos schrittweise aus zufälligem Rauschen. Die meisten aktuellen Videogeneratoren beruhen darauf.
- Diffusion Transformer (DiT)Ein Diffusion Transformer (DiT) ist ein Diffusionsmodell mit einem Transformer als Rechenkern. Darauf beruhen viele aktuelle KI-Videogeneratoren.
- AuflösungDie Auflösung gibt an, aus wie vielen Bildpunkten ein Video besteht, etwa 720p, 1080p oder 4K. Mehr Auflösung zeigt mehr Details, kostet aber meist mehr.
- Artefakte (KI-Video-Fehler)Artefakte sind sichtbare Fehler in KI-Videos, etwa Flackern, Morphing, verformte Hände, unleserliche Schrift oder Objekte, die plötzlich verschwinden.
- 4K4K ist eine Videoauflösung mit 3840 × 2160 Pixeln (Ultra HD), viermal so viele wie Full HD. Bei KI-Videos oft nur per Upscaling oder in teuren Plänen.

Geschrieben von
Autor & Visual Designer · Co-Founder newcreation Media GmbH
Jochen Sahm ist seit 17 Jahren Designer, Freelancer und Photoshop-Experte und Co-Founder der newcreation Media GmbH. Dort verantwortet er KI, Automatisierung und die Wahl der richtigen Werkzeuge. Zuletzt aktualisiert am 26.10.2026.























