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KI-Video-Prompts schreiben: Anleitung mit Beispielen

Für dich als Mensch gedacht. Ja, genau für dich: lesen, nachmachen, nutzen.

Kurz gesagt

Ein guter KI-Video-Prompt beschreibt in klaren Worten Motiv, Handlung, Umgebung, Kamera, Licht und Stil, bei Modellen mit Audio auch den Ton. Pro Clip sollte nur eine Handlung passieren, und Kamerabewegungen nennst du mit Fachbegriffen wie Dolly-in oder Schwenk. Englische Prompts funktionieren bei den meisten Modellen zuverlässiger, deutsche gehen aber ebenfalls.

Ein guter Prompt für ein KI-Video beantwortet sechs Fragen: Wer oder was ist zu sehen, was passiert, wo spielt es, wie filmt die Kamera, wie ist das Licht, und welcher Stil ist gewünscht. Bei Modellen, die selbst Ton erzeugen, kommt als siebter Punkt der Ton dazu. Je eindeutiger diese Punkte beschrieben sind, desto weniger Versuche brauchst du.

Dieser Ratgeber zeigt den Aufbau Schritt für Schritt, die wichtigsten Kamerabegriffe, Regeln für Ton und Bild-zu-Video, typische Fehler mit Lösung und viele Beispiele zum Kopieren. Grundlage sind unter anderem die offiziellen Prompt-Anleitungen von Google für Veo und von Runway. Weitere Vorlagen findest du in den Sammlungen Text-zu-Video-Prompts, Produktvideo-Prompts, Social-Media-Prompts und Avatar-Skripte.

Die Prompt-Formel in einem Satz

Wenn du dir nur eine Regel merkst, dann diese Kurzformel aus dem Prompting-Guide von Runway:

[Kamera] von [Motiv] [Handlung] in [Umgebung]. [Licht und Stil].

Ausgefüllt:

Nahaufnahme einer Katze, die sich auf einer Fensterbank streckt, in einer hellen Altbauwohnung. Weiches Morgenlicht, ruhiger, realistischer Look.

Runway betont, dass die genaue Reihenfolge weniger wichtig ist als eine klare, eindeutige Beschreibung. Die Formel hilft vor allem, nichts Wichtiges zu vergessen.

Der Grundaufbau in sieben Bausteinen

Halte dich an diese Reihenfolge. Sie entspricht ungefähr dem, wie ein Kameramann eine Einstellung beschreiben würde. Googles Prompt-Guide für Veo nennt sehr ähnliche Bausteine: Motiv, Handlung, Szene, visueller Stil, Kamera und zeitliche Elemente wie Zeitlupe.

  1. Motiv: Person, Tier oder Objekt mit sichtbaren Merkmalen. Statt „ein Mann“ besser „ein Mann Mitte 30 mit Vollbart, dunkelblauer Arbeitsjacke und Wollmütze“.
  2. Handlung: ein Verb, eine Bewegung. „hebt eine Kiste an und stellt sie auf einen Tisch“.
  3. Umgebung: Ort, Tageszeit, Wetter. „Werkstatt mit Holzregalen, später Nachmittag“.
  4. Kamera: Einstellungsgröße und Bewegung. „Halbnah, Kamera schwenkt langsam nach rechts“.
  5. Licht: „warmes Seitenlicht durch ein Fenster, Staub in der Luft“.
  6. Stil: „realistisch, filmischer Look, geringe Schärfentiefe“ oder „Knetanimation“ oder „Anime“.
  7. Ton (falls unterstützt): „Geräusch von Holz auf Holz, leises Radio im Hintergrund, kein Dialog“.

Zusammengesetzt sieht das so aus:

Ein Mann Mitte 30 mit Vollbart, dunkelblauer Arbeitsjacke und Wollmütze hebt eine Holzkiste an und stellt sie auf eine Werkbank. Werkstatt mit Holzregalen, später Nachmittag. Halbnahe Einstellung, die Kamera schwenkt langsam nach rechts. Warmes Seitenlicht durch ein Fenster, Staub in der Luft. Realistischer, filmischer Look mit geringer Schärfentiefe. Ton: dumpfes Aufsetzen der Kiste, leises Radio im Hintergrund.
Prompt in sieben BausteinenMotivEin Mann Mitte 30 mit Vollbart, dunkelblauer Arbeitsjackeund WollmützeHandlunghebt eine Holzkiste an und stellt sie auf eine Werkbank.UmgebungWerkstatt mit Holzregalen, später Nachmittag.KameraHalbnahe Einstellung, die Kamera schwenkt langsam nach rechts.LichtWarmes Seitenlicht durch ein Fenster, Staub in der Luft.StilRealistischer, filmischer Look mit geringer Schärfentiefe.TonTon: dumpfes Aufsetzen der Kiste, leises Radio im Hintergrund.
Der Beispiel-Prompt aus diesem Abschnitt, zerlegt in seine sieben Bausteine. Im Tool schreibst du sie als ganze Sätze hintereinander.

Eine leere Vorlage zum Ausfüllen:

Motiv: 
Handlung: 
Umgebung (Ort, Tageszeit, Wetter): 
Kamera (Einstellungsgröße, Bewegung): 
Licht: 
Stil: 
Ton (optional): 

Fülle die Felder aus und schreibe sie danach in ganzen Sätzen hintereinander. Ganze Sätze lesen sich für die meisten Modelle eindeutiger als eine Liste von Stichworten.

Schritt für Schritt vom einfachen zum fertigen Prompt

Runway rät, einfach anzufangen und Element für Element zu ergänzen, damit du siehst, was jede Änderung bewirkt. So kann das in vier Durchgängen aussehen.

Durchgang 1: nur Motiv, Handlung, Umgebung.

Eine Radfahrerin fährt durch eine Allee im Herbst.

Durchgang 2: Kamera ergänzen.

Kamerafahrt seitlich neben einer Radfahrerin, die durch eine Allee im Herbst fährt.

Durchgang 3: Details zu Motiv und Licht ergänzen.

Kamerafahrt seitlich neben einer Radfahrerin mit grünem Mantel und Wollschal, die durch eine Allee mit gelben Blättern fährt. Tiefstehende Nachmittagssonne scheint durch die Bäume, Blätter wirbeln auf.

Durchgang 4: Stil und Ton ergänzen.

Kamerafahrt seitlich neben einer Radfahrerin mit grünem Mantel und Wollschal, die durch eine Allee mit gelben Blättern fährt. Tiefstehende Nachmittagssonne scheint durch die Bäume, Blätter wirbeln auf. Realistischer, warmer Filmlook, leichte Unschärfe im Hintergrund.
Ton: Rascheln von Laub, das leise Surren der Fahrradkette.

Erzeuge nach jedem Durchgang einen Clip. Wenn eine Ergänzung das Ergebnis verschlechtert, nimm sie wieder heraus.

Kamerabegriffe, die Modelle verstehen

Videomodelle wurden mit großen Mengen Filmmaterial und Beschreibungen trainiert. Deshalb funktionieren Begriffe aus der Filmsprache meist besser als Umschreibungen. Auf Englisch sind sie oft am eindeutigsten.

Einstellungsgrößen und Bewegungen

Begriff Englisch Was passiert
Totale wide shot ganze Szene im Bild
Halbnah medium shot Person etwa ab der Hüfte
Nahaufnahme close-up Gesicht oder Detail füllt das Bild
Detailaufnahme extreme close-up z. B. nur ein Auge oder ein Etikett
Ranfahrt dolly in / push in Kamera bewegt sich auf das Motiv zu
Rückfahrt dolly out / pull back Kamera entfernt sich
Schwenk pan left / pan right Kamera dreht sich seitlich auf der Stelle
Neigung tilt up / tilt down Kamera kippt nach oben oder unten
Kamerafahrt seitlich tracking shot Kamera begleitet das Motiv
Kranfahrt crane shot Kamera steigt auf oder sinkt ab
Drohnenflug aerial / drone shot Blick von oben, oft mit Vorwärtsbewegung
Handkamera handheld leichtes Wackeln, dokumentarisch
Statische Kamera static / locked-off keine Kamerabewegung
Kamerabewegungen auf einen BlickKamera schwarz, Motiv pinkRanfahrtdolly inRückfahrtdolly outSchwenkpan left / pan rightNeigungtilt up / tilt downKamerafahrt seitlichtracking shotStatische Kamerastatic / locked-off
Sechs Kamerabewegungen aus der Tabelle als einfache Skizze. Die englischen Begriffe verstehen viele Modelle am eindeutigsten.

Perspektive und Objektiv

Googles Prompt-Guide für Veo nennt außerdem Kamerawinkel und Objektiveffekte. Die wichtigsten:

Begriff Englisch Wirkung
Augenhöhe eye-level shot neutral, natürlich
Untersicht low-angle shot Motiv wirkt groß oder mächtig
Vogelperspektive bird's-eye view Blick senkrecht von oben
Weitwinkel wide-angle lens viel Umgebung, leichte Verzerrung am Rand
Teleobjektiv telephoto lens Hintergrund rückt näher, wirkt verdichtet
geringe Schärfentiefe shallow depth of field Motiv scharf, Hintergrund weich
Schärfeverlagerung rack focus Schärfe wandert von einem Objekt zum anderen
Dolly-Zoom dolly zoom Hintergrund scheint sich zu dehnen oder zu stauchen

Google weist darauf hin, dass ein Zoom die Brennweite ändert, während bei einer Dolly-Fahrt die Kamera selbst bewegt wird. Manche fortgeschrittenen Objektiv- und Winkelangaben werden laut Google nicht offiziell unterstützt, die Ergebnisse können dann schwanken.

Kamerasteuerung per Regler

Einige Plattformen haben zusätzlich eigene Steuerungen für Kamerabewegungen, etwa Runway, Luma Dream Machine mit Camera Motion Transfer, PixVerse mit laut Berichten mehr als 20 Kameraoptionen oder Higgsfield mit Presets für filmische Kamerabewegungen. Wenn es solche Regler gibt, nutze sie zusätzlich zum Prompt und vermeide Widersprüche zwischen Regler und Text.

Ruhe, Tempo und Ablauf steuern

Drei Formulierungen aus dem Runway-Guide helfen bei Problemen, die sonst viele Versuche kosten:

  • Kamera soll stillstehen: „The locked-off camera remains perfectly still.“ oder auf Deutsch „Die Kamera steht auf einem Stativ und bleibt völlig ruhig.“
  • Nur wenig Bewegung: „Minimal subject motion only.“, also „Das Motiv bewegt sich kaum.“
  • Keine Schnitte: „Continuous, seamless shot.“, also „Durchgehende Einstellung ohne Schnitt.“ Runway nennt zusätzlich eine längere Cliplänge als Mittel gegen ungewollte Schnitte.

Für Abläufe mit zwei Ereignissen empfiehlt Runway eine natürliche Reihenfolge („X passiert, dann Y“) oder grobe Zeitangaben:

Ein Mann sitzt still auf einer Parkbank und liest Zeitung. Nach etwa drei Sekunden landet eine Taube neben ihm, er senkt die Zeitung und schaut sie an. Statische Kamera, Halbtotale, später Nachmittag.

Tempo steuerst du mit Begriffen wie Zeitlupe (slow motion) und Zeitraffer (time-lapse). Google nennt beides im Veo-Guide als zeitliche Elemente:

Zeitraffer einer Großstadtkreuzung vom Tag in die Nacht, Autoscheinwerfer ziehen Lichtspuren, die Fenster der Hochhäuser leuchten nach und nach auf. Statische Kamera von einem erhöhten Standpunkt.

Ton beschreiben

Modelle wie Google Veo 3.1, Kling 3.0, Wan 3.0, Seedance 2.5 oder Grok Imagine 1.5 erzeugen laut Hersteller Ton zusammen mit dem Bild. Dann lohnt es sich, den Ton ausdrücklich zu beschreiben. Google empfiehlt im Prompt-Guide für Veo, ausdrücklich zu sagen, ob du Ton willst, und den Ton in eigenen Sätzen getrennt von der Bildbeschreibung zu formulieren. Google unterscheidet drei Arten:

  • Geräusche: einzelne Klänge in der Szene, „Wellenrauschen, Möwen in der Ferne“
  • Atmosphäre: der Klangteppich im Hintergrund, „gedämpftes Stimmengewirr in einem Café“
  • Dialog: gesprochene Worte von Figuren oder einer Erzählstimme

Für Musik schreibst du „ruhige Klaviermusik“ oder „keine Musik“.

Bei Dialogen nennst du, wer spricht, und dann den Satz. Googles Beispiel folgt dem Muster „Der Mann mit dem roten Hut sagt: Wo ist das Kaninchen?“. Du kannst den Satz auch in Anführungszeichen setzen, damit er sich klar vom Rest abhebt:

Halbnahe Einstellung einer Frau Anfang 40 mit kurzen dunklen Haaren, die in einer hellen Küche an der Arbeitsplatte steht und in die Kamera schaut. Weiches Tageslicht vom Fenster. Statische Kamera.
Ton: leises Brummen des Kühlschranks, entferntes Vogelzwitschern.
Die Frau sagt: „Heute zeige ich dir mein schnellstes Frühstück.“

Halte Dialoge kurz. In 8 Sekunden passt ein Satz, kein Absatz. Ob deutsche Sprache sauber klingt, ist je nach Modell unterschiedlich. Hör dir das Ergebnis deshalb vor der Veröffentlichung genau an.

Bild-zu-Video: anders prompten

Wenn du ein Startbild hochlädst, steht das Aussehen schon fest. Laut Runway wird das Bild zum ersten Frame und legt Komposition, Motiv, Licht und Stil fest. Der Prompt beschreibt dann vor allem die Bewegung und die Kamera, nicht noch einmal das Motiv. Runway formuliert es so, dass sich der Prompt fast ausschließlich auf die Bewegung konzentrieren soll. Die passende Kurzformel lautet:

Die Kamera [Bewegung], während das Motiv [Handlung].

Ein häufiger Fehler ist, das Bild komplett neu zu beschreiben und dabei Details zu nennen, die im Bild nicht vorkommen. Dann versucht das Modell, beides zu vereinen, und das Ergebnis wird unruhig.

Die Frau dreht langsam den Kopf zur Kamera und lächelt. Ihre Haare bewegen sich leicht im Wind. Die Kamera fährt langsam heran. Ruhige, natürliche Bewegung.

Weitere Hinweise aus dem Runway-Guide:

  • Nimm ein hochwertiges Ausgangsbild. Verzerrte Gesichter oder Hände werden im Video eher schlimmer.
  • Bewegungsunschärfe oder aufgewirbelter Staub im Bild können gegen deinen Prompt arbeiten, weil sie Bewegung andeuten. Entferne solche Spuren, wenn sie stören.
  • Beschreibe neue Dinge nur, wenn sie ins Bild kommen sollen, etwa „ein Hund läuft von links ins Bild“.

Einige Tools erlauben zusätzlich ein Endbild, zum Beispiel Midjourney mit dem Parameter --end oder Luma mit Keyframes, laut Luma bei Ray3.2 mit bis zu 16 Keyframes. Das Modell berechnet dann den Übergang zwischen Start und Ende. Midjourney bietet laut Dokumentation außerdem --motion low für ruhige und --motion high für starke Bewegung sowie --loop für Clips, die nahtlos wiederholt werden können. Mehr zur Technik unter Bild-zu-Video und im Ratgeber KI-Bild animieren.

Beispiel-Prompts nach Anwendungsfall

Alle Beispiele folgen dem Aufbau oben. Passe Motiv, Ort und Stil an dein Projekt an.

Produktshot

Detailaufnahme einer mattschwarzen Armbanduhr auf einem dunklen Steinsockel. Langsame Kamerafahrt im Halbkreis um die Uhr. Ein schmaler Lichtstreifen wandert über das Glas. Studiolicht, dunkler Hintergrund, edler, ruhiger Look.

Essen und Trinken

Nahaufnahme: Honig läuft in Zeitlupe von einem Holzlöffel auf einen Stapel Pfannkuchen. Rustikaler Holztisch, Morgenlicht von der Seite. Statische Kamera, geringe Schärfentiefe, warme Farben.

Landschaft und Reise

Drohnenflug über schroffe Klippen an der Atlantikküste, Wellen brechen sich an den Felsen. Bewölkter Himmel, einzelne Sonnenstrahlen. Die Kamera fliegt langsam vorwärts und senkt sich leicht. Realistischer, kühler Look.

Social-Media-Hook im Hochformat

Hochformat 9:16. Ein junger Mann hält ein Smartphone in die Kamera und zieht überrascht die Augenbrauen hoch. Helles Wohnzimmer, Tageslicht. Nahaufnahme, leichte Handkamera. Natürliche Farben, lockerer Look.

B-Roll für ein Erklärvideo

Halbtotale eines hellen Großraumbüros, zwei Kolleginnen besprechen sich an einem Bildschirm und zeigen auf eine Grafik. Die Kamera schwenkt langsam von links nach rechts. Weiches Tageslicht, moderner, sachlicher Look.

Porträt mit Stimmung

Nahaufnahme eines älteren Fischers mit wettergegerbtem Gesicht und grauem Bart, der aufs Meer hinausschaut. Hafen in der Abenddämmerung, leichter Wind. Statische Kamera, Teleobjektiv, geringe Schärfentiefe. Goldenes Gegenlicht, filmischer Look.

Animation

Ein kleiner Roboter im Stil eines 3D-Animationsfilms gießt mit einer winzigen Gießkanne eine Blume auf einem Fensterbrett. Gemütliches Kinderzimmer, Abendlicht. Halbnahe Einstellung, die Kamera fährt langsam heran. Weiche Farben, freundliche Stimmung.

Stilwechsel mit Epoche

Straßenszene in einer Großstadt der 1920er-Jahre, Menschen mit Hüten und Mänteln gehen an einem Zeitungskiosk vorbei, ein Oldtimer fährt durchs Bild. Totale, statische Kamera. Sepia-Töne, leichtes Filmkorn, Stummfilm-Look.

Englische Fassung zum Vergleich

Wenn ein deutscher Prompt nicht trifft, teste dieselbe Beschreibung auf Englisch:

Close-up: honey drips in slow motion from a wooden spoon onto a stack of pancakes. Rustic wooden table, soft morning side light. Locked-off camera, shallow depth of field, warm colors.

Typische Fehler und wie du sie vermeidest

Zu viele Handlungen. „Er steht auf, geht zum Fenster, öffnet es, schaut hinaus und winkt“ ist für einen 5-Sekunden-Clip zu viel. Teile das in zwei bis drei Clips.

Widersprüche. „Nachtszene im hellen Sonnenlicht“ oder „statische Kamera, die um das Motiv kreist“ führen zu unvorhersehbaren Ergebnissen. Auch Runway rät, widersprüchliche Anweisungen zu vermeiden.

Text im Bild erwarten. Schrift auf Schildern, Etiketten oder Bildschirmen gerät bei vielen Modellen fehlerhaft. Setze wichtigen Text lieber nachträglich im Editor.

Hände und schnelle Bewegungen. Finger, Instrumente spielen, Kampfszenen oder fallende Gegenstände sind für viele Modelle schwierig. Plane hier mehr Versuche ein oder wähle Einstellungen, in denen Hände weniger im Fokus stehen.

Geschützte Namen und echte Personen. Prompts mit Namen bekannter Personen oder Marken werden von vielen Diensten blockiert. Abgesehen davon kann das rechtlich heikel sein, siehe KI-Videos und Recht.

Nur Adjektive. „Wunderschön, episch, atemberaubend“ sagt dem Modell wenig. Beschreibe lieber sichtbare Dinge: Licht, Farben, Wetter, Material. Runway empfiehlt ebenfalls konkrete, beobachtbare Sprache statt abstrakter Begriffe.

Abstrakte Gefühle. „Ein Gefühl von Freiheit“ lässt sich nicht filmen. Beschreibe stattdessen, was man sehen würde: „Eine Frau breitet auf einem Berggipfel die Arme aus, der Wind zerrt an ihrer Jacke.“

Negativ-Prompts

Manche Tools haben ein eigenes Feld für Dinge, die nicht vorkommen sollen. Typische Einträge sind:

verzerrte Hände, zusätzliche Finger, Text, Wasserzeichen, Logo, unscharf, flackern, verformte Gesichter

Google rät im Veo-Guide davon ab, Verneinungen wie „kein“ oder „nicht“ als Anweisung zu formulieren. Stattdessen listest du im Negativ-Feld einfach die unerwünschten Dinge auf, in Googles Beispiel etwa „Wand, Rahmen“. Runway sagt es noch knapper: Beschreibe, was du sehen willst, nicht, was du nicht sehen willst.

Wenn es kein eigenes Feld gibt, schreib „ohne Text“ oder „keine Musik“ lieber nicht in den Hauptprompt, sondern beschreibe positiv, was du willst. Aus „keine Menschen“ wird „eine menschenleere Straße“, aus „nicht wackeln“ wird „statische Kamera auf Stativ“. Viele Modelle reagieren auf das Wort „ohne“ unzuverlässig. Eine kurze Erklärung steht im Glossar.

Positiv beschreiben, was du sehen willstSTATTBESSERkeine Menscheneine menschenleere Straßenicht wackelnstatische Kamera auf Stativkeine Musiknur Naturgeräusche: Wind und VogelstimmenViele Modelle reagieren auf das Wort „ohne“ unzuverlässig.
Verneinungen wirken bei vielen Modellen unzuverlässig. Besser beschreibst du positiv, was zu sehen oder zu hören sein soll.

Wenn das passiert, dann …

Problem Lösung im Prompt
Die Figur sieht in jedem Clip anders aus Figur in jedem Prompt mit exakt denselben Merkmalen beschreiben, zusätzlich Referenzbild nutzen
Die Kamera wackelt oder driftet „Die Kamera steht auf einem Stativ und bleibt völlig ruhig.“
Es gibt ungewollte Schnitte eine Handlung pro Clip, „durchgehende Einstellung ohne Schnitt“, längere Cliplänge
Es passiert zu wenig stärkere Verben („rennt“ statt „geht“), Kamerabewegung ergänzen, bei Midjourney --motion high
Es passiert zu viel „Das Motiv bewegt sich kaum“, Handlungen streichen, bei Midjourney --motion low
Die Handlung kommt in falscher Reihenfolge Ablauf mit „dann“ oder groben Sekundenangaben beschreiben
Das Bild-zu-Video-Ergebnis verändert das Motiv Bildbeschreibung aus dem Prompt löschen, nur Bewegung beschreiben
Der Dialog ist zu lang oder wird abgeschnitten einen kurzen Satz pro 8 Sekunden, Sprecher klar benennen
Musik taucht auf, obwohl du sie nicht willst Ton positiv beschreiben, etwa „nur Naturgeräusche: Wind und Vogelstimmen“
Unerwünschte Elemente erscheinen im Negativ-Feld auflisten, wenn vorhanden, sonst Szene positiv umformulieren

Prompts für Avatar-Videos

Bei Avatar-Tools wie HeyGen oder Synthesia schreibst du ein Sprechskript statt eines Bildprompts. Dafür gelten andere Regeln:

  • Kurze Sätze, ein Gedanke pro Satz.
  • Zahlen, Abkürzungen und Fremdwörter vorher testen und notfalls ausschreiben („zwanzig Prozent“ statt „20 %“).
  • Pausen mit Satzzeichen oder Absätzen steuern.
  • Etwa 130 bis 150 Wörter ergeben eine Minute gesprochenen Text. Das ist ein Richtwert, je nach Stimme und Tempo weicht es ab.

Ein kurzes Beispielskript für eine 20-Sekunden-Begrüßung:

Hallo und willkommen im Team.
In diesem kurzen Video zeige ich dir, wo du alles für deinen ersten Arbeitstag findest.
Zuerst schauen wir uns dein Postfach an.
Danach zeige ich dir, wie du deinen Urlaub einträgst.
Los geht's.

Vorlagen findest du in den Avatar-Skripten, Hintergründe im Ratgeber KI-Avatar erstellen.

Prompts mit ChatGPT oder Gemini vorbereiten

Du kannst einen Chatbot bitten, aus einer groben Idee mehrere Video-Prompts im Aufbau oben zu formulieren. Gib dabei Format, Länge pro Clip und gewünschten Stil vor. Prüfe das Ergebnis trotzdem selbst: Chatbots schreiben gern zu lange Prompts mit mehreren Handlungen. Eine Anweisung, die du kopieren und anpassen kannst:

Schreibe mir 3 Prompts für einen KI-Videogenerator. Thema: [deine Idee]. Format: 9:16, je Clip 5 bis 8 Sekunden.
Regeln: pro Prompt nur eine Handlung, 2 bis 4 Sätze, Reihenfolge Motiv, Handlung, Umgebung, Kamera, Licht, Stil. Kamerabegriffe aus der Filmsprache verwenden. Keine Wertungen wie "wunderschön", nur sichtbare Details. Gib jeden Prompt auf Deutsch und auf Englisch aus.

Wie du das konkret machst, steht in KI-Videos mit ChatGPT und KI-Videos mit Gemini und Veo.

So testest du Prompts systematisch

  1. Starte mit einem einfachen Prompt aus Motiv, Handlung und Umgebung.
  2. Ergänze Kamera und Licht und vergleiche.
  3. Ändere pro Durchgang nur einen Baustein.
  4. Notiere, welcher Prompt bei welchem Tool funktioniert hat. Was bei einem Modell gut klappt, kann bei einem anderen anders aussehen.

Ein einfaches Prompt-Logbuch, das du in einer Tabelle oder Notiz-App führen kannst:

Datum Tool und Modell Prompt (gekürzt) Geändert gegenüber vorher Ergebnis
… … … Kamera von Schwenk auf Ranfahrt Bewegung ruhiger, Gesicht stabil

Nach ein paar Wochen hast du so eine eigene Sammlung von Formulierungen, die bei deinem Lieblingstool zuverlässig funktionieren.

Checkliste vor dem Generieren

  • Steht genau eine Handlung im Prompt?
  • Sind Motiv, Umgebung und Licht mit sichtbaren Details beschrieben?
  • Ist die Kamera klar benannt, inklusive „statisch“, wenn sie sich nicht bewegen soll?
  • Widersprechen sich Angaben im Prompt oder Prompt und Kameraregler?
  • Steht der Ton in eigenen Sätzen, falls das Modell Ton erzeugt?
  • Bei Bild-zu-Video: Beschreibt der Prompt nur die Bewegung?
  • Ist das Seitenverhältnis im Tool richtig eingestellt?
  • Kommen Namen echter Personen oder Marken vor, die blockiert werden könnten?

Welche Modelle es gibt und was sie laut Hersteller können, steht in der Übersicht nach Anwendungen und in der Kategorie Text-zu-Video. Wie aus einzelnen Clips ein fertiges Video wird, erklärt die Anleitung KI-Videos erstellen.

Passende Tools

Häufige Fragen

Was ist ein guter Prompt für KI-Videos?

Ein guter Prompt nennt sichtbare Dinge statt Wertungen: wer im Bild ist, was genau passiert, wo und wann es spielt, wie die Kamera filmt, wie das Licht ist und welcher Stil gewünscht ist. Ein Beispiel: „Halbnahe Einstellung einer Bäckerin, die Mehl über einen Teig streut, kleine Backstube am frühen Morgen, warmes Licht, die Kamera fährt langsam heran.“

Soll ich Prompts auf Deutsch oder Englisch schreiben?

Die meisten Videomodelle verstehen beides. Englisch ist bei vielen Modellen die Hauptsprache, deshalb sind englische Prompts oft etwas treffsicherer. Gesprochene Dialoge im Video schreibst du in der Sprache, in der sie zu hören sein sollen.

Wie lang sollte ein Video-Prompt sein?

Zwei bis fünf Sätze reichen meist. Wichtiger als die Länge ist, dass jedes Element eindeutig ist: wer, was, wo, wie gefilmt. Sehr lange Prompts mit vielen Handlungen führen eher zu wirren Clips. Runway schreibt in seinem Prompting-Guide, dass sehr komplexe Prompts über mehrere Absätze zu unnatürlichen Ergebnissen führen können.

Wie beschreibe ich Kamerabewegungen im Prompt?

Mit Begriffen aus der Filmsprache: Ranfahrt (dolly in), Schwenk (pan), Neigung (tilt), Kamerafahrt seitlich (tracking shot), Drohnenflug (drone shot) oder statische Kamera (locked-off). Nenne die Bewegung in einem eigenen Satz, etwa „Die Kamera fährt langsam auf das Gesicht zu.“

Was ist ein Negativ-Prompt?

Ein Negativ-Prompt listet, was nicht im Video vorkommen soll, etwa verzerrte Hände, Text oder Wasserzeichen. Nicht jedes Tool hat dafür ein eigenes Feld. Wo es fehlt, beschreibst du lieber positiv, was du sehen willst.

Wie verhindere ich ungewollte Schnitte im Clip?

Beschreibe nur eine Handlung und eine Einstellung pro Clip. Runway empfiehlt zusätzlich eine längere Cliplänge oder den Zusatz „Continuous, seamless shot“, also eine durchgehende Einstellung ohne Schnitt.

Wie bekomme ich die gleiche Figur in mehreren Clips?

Nutze Referenzbilder oder Funktionen für Charakter-Konsistenz, wie sie etwa Kling AI, Vidu, Hailuo oder Wan anbieten. Beschreibe die Figur außerdem in jedem Prompt mit denselben Merkmalen.

Jochen Sahm, Autor & Visual Designer

Geschrieben von

Jochen Sahm

Autor & Visual Designer · Co-Founder newcreation Media GmbH

Jochen Sahm ist seit 17 Jahren Designer, Freelancer und Photoshop-Experte und Co-Founder der newcreation Media GmbH. Dort verantwortet er KI, Automatisierung und die Wahl der richtigen Werkzeuge. Zuletzt aktualisiert am 26.10.2026.

52 KI-Videogeneratoren.Ein Vergleich.

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