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Einstieg18 Min. Lesezeit

KI-Video erstellen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Für dich als Mensch gedacht. Ja, genau für dich: lesen, nachmachen, nutzen.

Kurz gesagt

Um ein KI-Video zu erstellen, wählst du zuerst die passende Tool-Art: Text-zu-Video für Szenen aus einer Beschreibung, Bild-zu-Video zum Animieren eines Fotos, Avatar-Tools für sprechende Personen oder Editoren für fertige Social-Videos. Dann schreibst du einen genauen Prompt, stellst Format und Länge ein, erzeugst mehrere Varianten und schneidest die besten Clips zusammen. Kostenlose Pläne reichen zum Testen, für Videos ohne Wasserzeichen und mit kommerziellen Rechten brauchst du meist ein Abo ab rund 10 USD im Monat.

Ein KI-Video erstellst du so: Ziel und Format festlegen, die passende Tool-Art wählen, einen Prompt oder ein Skript schreiben, die Einstellungen im Generator setzen, mehrere Varianten erzeugen und die besten Clips im Editor mit Ton und Text zusammensetzen. Welches Tool du nimmst, hängt weniger von „gut oder schlecht“ ab als davon, was am Ende herauskommen soll. Ein Werbeclip mit Produktshot braucht ein anderes Werkzeug als ein Schulungsvideo mit Sprecherin.

Diese Anleitung geht jeden Schritt einzeln durch, mit Beispiel-Prompts zum Kopieren, einer Tabelle für die wichtigsten Einstellungen und Lösungen für typische Probleme. Alle Preise stammen von den Preisseiten der Anbieter (Stand 10/2026). Details zu jedem Tool stehen auf den einzelnen Tool-Seiten und in der Übersicht nach Anwendungen. Wie der KVG-Score entsteht, erklärt die Methodik.

Die Kurzfassung

Wenn du sofort loslegen willst, reichen diese sieben Schritte:

  1. Plattform und Format notieren, etwa „Instagram Reel, 9:16, 15 Sekunden“.
  2. Ein Tool passend zum Ziel wählen (Tabelle in Schritt 2).
  3. Ein Gratis-Konto anlegen. Ohne Anmeldung geht es bei den Online-Tools praktisch nirgends.
  4. Einen Prompt nach dem Muster Motiv, Handlung, Umgebung, Kamera, Licht, Stil schreiben.
  5. Seitenverhältnis, Länge und Auflösung einstellen, bevor du auf Generieren klickst.
  6. Zwei bis vier Varianten erzeugen und die beste auswählen.
  7. Im Editor Text, Musik und Untertitel ergänzen, im richtigen Format exportieren und bei realistischen Szenen als KI kennzeichnen.
In sieben Schritten zum KI-Video1FormatPlattform, Formatund Länge notieren2Tool wählenpassend zum Zieldes Videos3KontoGratis-Kontoanlegen4PromptMotiv, Handlung,Kamera, Licht, Stil5EinstellungenFormat, Länge undAuflösung setzen6Variantenzwei bis viererzeugen, wählen7SchnittText, Musik, Export,als KI kennzeichnen
Die sieben Schritte der Kurzfassung als Ablauf. Jeder Schritt wird weiter unten im Ratgeber erklärt.

Die Details zu jedem Punkt folgen unten.

Was du vorher brauchst

Diese Checkliste spart dir später Credits und Zeit:

  • ein Konto beim gewählten Tool (oft reicht ein Google-, Microsoft- oder Apple-Konto zur Anmeldung)
  • ein klares Ziel: Plattform, Format, Länge
  • bei Bild-zu-Video: ein scharfes Ausgangsbild ohne verzerrte Hände oder Gesichter
  • bei Avatar-Videos: das fertige Sprechskript
  • eigenes Material wie Logo, Produktfotos oder Musik, für das du die Rechte hast
  • einen Editor für den Feinschliff, zum Beispiel Clipchamp oder CapCut

Schritt 1: Ziel und Format festlegen

Bevor du ein Tool öffnest, beantworte drei Fragen:

  1. Wofür ist das Video? Social Media, Werbung, Schulung, privater Spaß oder ein Kurzfilm.
  2. Welches Format? 9:16 hochkant für TikTok, Reels und Shorts, 16:9 für YouTube und Präsentationen, 1:1 für manche Anzeigen.
  3. Wie lang? Ein einzelner KI-Clip ist meist nur wenige Sekunden lang. Für einen 30-Sekunden-Werbespot brauchst du mehrere Clips oder ein Tool, das Szenen automatisch zusammenstellt.
Ziel Seitenverhältnis Typische Länge Zahl der Clips (bei 5 bis 10 Sekunden je Clip)
TikTok, Reels, Shorts 9:16 10 bis 30 Sekunden 2 bis 5
YouTube-Intro oder B-Roll 16:9 5 bis 20 Sekunden 1 bis 3
Anzeige im Feed 1:1 oder 9:16 15 Sekunden 2 bis 3
Erklär- oder Schulungsvideo 16:9 1 bis 5 Minuten Avatar-Tool statt einzelner Clips
Format zuerst festlegen9:16TikTok, Reels, Shorts16:9YouTube, Präsentationen1:1manche AnzeigenErst 16:9 erzeugen, dann auf 9:16 zuschneiden?Dabei geht ein großer Teil des Bildes verloren.
Die drei gängigen Seitenverhältnisse und wofür sie gedacht sind. Wer das Format erst nachträglich ändert, schneidet einen großen Teil des Bildes weg.

Schreib dir für längere Videos eine kurze Szenenliste: eine Zeile pro Clip mit Inhalt und Dauer. Die Liste ist später die Vorlage für deine Prompts.

Wenn du unsicher bist, welches Werkzeug zu deinem Anwendungsfall passt, hilft eine Bestenliste, zum Beispiel KI für TikTok-Videos, KI für YouTube-Videos, KI für Instagram Reels oder KI für Schulungsvideos.

Schritt 2: Die passende Tool-Art wählen

„KI-Videogenerator“ ist ein Sammelbegriff. Dahinter stecken sehr unterschiedliche Werkzeuge. Die wichtigsten Arten im Überblick:

Du willst … Tool-Art Beispiele
eine Szene aus einer Beschreibung erzeugen Text-zu-Video Kling AI, Google Veo, Runway, Wan
ein Foto oder Bild bewegen Bild-zu-Video Midjourney Video, Vidu, Hailuo
eine sprechende Person ohne Kamera KI-Avatar HeyGen, Synthesia, Colossyan
ein Video schneiden, untertiteln, vertonen KI-Video-Editor CapCut, Descript, Clipchamp
aus einem langen Video Shorts machen Shorts & Clips OpusClip, Vizard, Submagic
ein Video in andere Sprachen bringen Übersetzung & Lip-Sync Rask AI, ElevenLabs, HeyGen
Werbeanzeigen mit KI-Darstellern Werbe- & UGC-Videos Creatify, Arcads
animierte Erklärvideos aus Vorlagen Animation & Erklärvideo Renderforest, Colossyan
viele Modelle in einem Abo testen Multi-Modell-Plattform Krea, Magnific (ehemals Freepik), OpenArt
lokal auf dem eigenen Rechner arbeiten Open Source Wan (bis 2.2), LTX-2, HunyuanVideo

Text-zu-Video: Szenen aus einer Beschreibung

Hier beschreibst du in Worten, was zu sehen sein soll, und das Modell erzeugt daraus einen kurzen Clip. Die bekannten Modelle Stand Oktober 2026 sind laut Herstellerangaben Kling 3.0 und 4.0, Google Veo 3.1 und Gemini Omni Flash, Runway Gen-4.5, Seedance 2.5 (in Dreamina und CapCut), MiniMax H3 bei Hailuo, PixVerse V6, Wan 3.0 und Vidu Q3/Q4.

Die Unterschiede liegen in Cliplänge, Auflösung und Ton. Veo 3.1 erzeugt laut Google 4, 6 oder 8 Sekunden pro Generierung mit nativem Ton, über die API bis 4K. Runway Gen-4.5 erzeugt 2 bis 10 Sekunden in 720p, 4K gibt es per Upscaling. Wan 3.0 und Seedance 2.5 schaffen laut Hersteller bis 30 Sekunden. Ob ein Modell selbst Ton erzeugt, steht auf der jeweiligen Tool-Seite. Eine Übersicht aller Tools mit Ton findest du unter KI-Videogeneratoren mit Ton.

Einen direkten Vergleich der großen Modelle gibt es in Google Veo vs. Kling AI, Kling AI vs. Runway und Runway vs. Pika.

Bild-zu-Video: ein Foto animieren

Du lädst ein Bild hoch und beschreibst die Bewegung. Das ist oft der verlässlichere Weg, weil das Aussehen der Szene schon feststeht und das Modell nur noch die Bewegung erfinden muss. Runway beschreibt das in seinem Prompting-Guide so: Das hochgeladene Bild wird zum ersten Frame und legt Komposition, Motiv, Licht und Stil fest. Fast alle Text-zu-Video-Tools können das auch. Midjourney bietet ausschließlich Bild-zu-Video: 5-Sekunden-Clips, die sich bis 21 Sekunden verlängern lassen. Mehr dazu unter KI-Videos aus Fotos und im Ratgeber KI-Bild animieren.

KI-Avatare: Sprecher ohne Kamera

Avatar-Tools machen aus einem Skript ein Video mit einer sprechenden Person. Du wählst einen fertigen Avatar oder erstellst einen digitalen Zwilling von dir. Typische Einsätze sind Schulungen, Produkterklärungen und interne Kommunikation. HeyGen und Synthesia sind die bekanntesten Anbieter, für Lernvideos mit SCORM-Export gibt es zusätzlich Colossyan. Aus einem einzelnen Foto erzeugen D-ID und Hedra sprechende Figuren. Wie das im Detail geht, steht im Ratgeber KI-Avatar erstellen. Direkte Vergleiche: HeyGen vs. Synthesia, HeyGen vs. D-ID, Synthesia vs. Colossyan.

Editoren und Clip-Tools: fertige Videos für Social Media

Wer kein einzelnes KI-Bild bewegen, sondern ein komplettes Video veröffentlichen will, landet oft bei einem Editor. CapCut bindet in den Bezahlplänen die Seedance-Modelle direkt im Schnitt ein. invideo AI erstellt aus einem Prompt ein ganzes Video mit Skript, Stock-Material und Sprecherstimme. Pictory und Lumen5 machen aus Blogartikeln Videos. Siehe auch CapCut vs. VEED und invideo vs. Pictory.

Hast du bereits lange Videos, etwa Podcasts oder Webinare, schneiden Clip-Tools wie OpusClip oder Vizard daraus automatisch Hochkant-Clips mit Untertiteln (OpusClip vs. Vizard).

Schritt 3: Den Prompt oder das Skript schreiben

Bei Generatoren entscheidet der Prompt über das Ergebnis. Ein guter Video-Prompt beschreibt mehr als ein Bild-Prompt, weil Bewegung und Kamera dazukommen. Bewährt hat sich diese Reihenfolge:

  1. Motiv: Wer oder was ist zu sehen? („eine ältere Frau mit grauem Kurzhaarschnitt und gelbem Regenmantel“)
  2. Handlung: Was passiert? („geht langsam eine nasse Kopfsteinpflasterstraße entlang“)
  3. Umgebung und Zeit: Wo und wann? („Altstadt, Abenddämmerung, Laternen gehen an“)
  4. Kamera: Einstellung und Bewegung („Halbtotale, Kamera fährt langsam seitlich mit“)
  5. Licht und Stil: („warmes Laternenlicht, leichter Nebel, filmischer Look“)
  6. Ton, wenn das Modell Audio erzeugt („Regenprasseln, entfernte Schritte, kein Dialog“)

Runway schlägt in seinem offiziellen Prompting-Guide eine ähnliche Kurzformel vor: „[Kamera] von [Motiv] [Handlung] in [Umgebung]“, danach folgen Details zu Licht, Stil und Bewegung. Google empfiehlt im Prompt-Guide für Veo, den Ton in eigenen Sätzen getrennt vom Bild zu beschreiben.

Zusammengesetzt sieht ein fertiger Prompt so aus:

Halbtotale einer älteren Frau mit grauem Kurzhaarschnitt und gelbem Regenmantel, die langsam eine nasse Kopfsteinpflasterstraße entlanggeht. Altstadt in der Abenddämmerung, die Laternen gehen nacheinander an. Die Kamera fährt langsam seitlich mit. Warmes Laternenlicht, leichter Nebel, filmischer Look.
Ton: Regenprasseln, entfernte Schritte, kein Dialog.

Drei weitere Vorlagen, die du anpassen kannst:

Nahaufnahme einer Keramiktasse mit dampfendem Kaffee auf einem hellen Holztisch. Morgensonne fällt schräg durchs Fenster, Staub tanzt im Licht. Die Kamera fährt sehr langsam auf die Tasse zu. Ruhiger, natürlicher Look, geringe Schärfentiefe.
Drohnenflug über eine Küstenstraße mit einem roten Auto, das in Kurven am Meer entlangfährt. Später Nachmittag, goldenes Licht, leichte Wellen. Die Kamera folgt dem Auto von schräg oben. Realistischer Look, satte Farben.
Hochformat 9:16. Eine junge Frau mit Kopfhörern hebt den Blick vom Smartphone und lächelt in die Kamera. Helles Café, Vormittag. Halbnahe Einstellung, leichte Handkamera. Natürliche Farben, Social-Media-Look.

Beschreibe pro Clip nur eine Handlung. Mehrere Aktionen hintereinander („sie öffnet die Tür, setzt sich, trinkt Kaffee und lacht“) überfordern viele Modelle in wenigen Sekunden. Schreibe lieber drei Clips und schneide sie zusammen.

Für Avatar-Videos schreibst du statt eines Prompts ein Sprechskript. Kurze Sätze, Zahlen ausgeschrieben, wenn die Aussprache wichtig ist, und Fachbegriffe vorher im Tool testen. Als Richtwert ergeben etwa 130 bis 150 Wörter eine Minute gesprochenen Text.

Ausführliche Tipps, Kamerabegriffe und viele weitere Beispiele stehen im Ratgeber KI-Video-Prompts schreiben. Kopierbare Vorlagen gibt es in unseren Sammlungen Text-zu-Video-Prompts, Produktvideo-Prompts, Social-Media-Prompts und Avatar-Skripte.

Schritt 4: Die Einstellungen im Generator setzen

Die Bezeichnungen unterscheiden sich von Tool zu Tool, die Grundeinstellungen sind aber fast überall dieselben. Stell sie ein, bevor du generierst. Nachträglich lässt sich vieles nur mit Qualitätsverlust ändern.

Einstellung Wofür Empfehlung
Modus (Text oder Bild) Startpunkt der Generierung Bild, wenn ein Produkt oder eine Figur genau so aussehen soll
Modell bestimmt Qualität, Länge, Ton und Credit-Preis für Entwürfe die günstigere Variante, für das Endergebnis die beste
Seitenverhältnis Format der Plattform vorher festlegen, Zuschneiden kostet Bildinhalt
Dauer Länge des Clips so kurz wie möglich, eine Handlung braucht selten mehr als 5 bis 8 Sekunden
Auflösung Bildschärfe Entwürfe niedrig, finale Version hoch
Ton Geräusche, Musik, Dialog nur einschalten, wenn du ihn wirklich brauchst
Referenzbilder gleiche Figur oder gleiches Produkt in mehreren Clips für Serien und Produktvideos fast immer sinnvoll
Kamerasteuerung Kamerabewegung per Regler statt per Text wenn vorhanden, zusätzlich zum Prompt nutzen

Ein paar Details aus den Herstellerangaben:

  • Ton: Bei Kling AI steigt der Credit-Verbrauch mit Audio laut Hersteller deutlich. Veo 3.1 erzeugt laut Google immer Ton mit.
  • Referenzbilder: Kling AI nennt das Element-Referenzen, Hailuo verarbeitet laut Hersteller bis zu 12 Referenzen, Seedance 2.5 bis zu 50, Veo 3.1 über die API bis zu 3 Referenzbilder.
  • Auflösung: Bei Veo 3.1 gibt es 1080p und 4K laut Google nur für 8-Sekunden-Clips. Runway Gen-4.5 gibt 720p aus, 4K entsteht per Upscaling.

Schritt 5: Varianten erzeugen und auswählen

Rechne damit, dass nicht jeder Versuch brauchbar ist. Hände, Text im Bild und schnelle Bewegungen sind bei vielen Modellen bekannte Schwachstellen. Erzeuge deshalb zwei bis vier Varianten pro Szene und ändere jeweils nur einen Teil des Prompts, damit du siehst, was wirkt. Runway nennt das Prompten im eigenen Guide „ein Gespräch mit dem Modell“: anfragen, Ergebnis ansehen, nachschärfen.

So prüfst du einen Clip, bevor du ihn verwendest:

  • Sind Gesichter, Hände und Körper über die ganze Dauer stabil?
  • Bleibt das Produkt oder die Figur gleich, oder verändert sich das Aussehen?
  • Passt die Kamerabewegung zu dem, was du beschrieben hast?
  • Gibt es ungewollte Schnitte, Flackern oder verformte Gegenstände?
  • Ist Text im Bild fehlerfrei, oder musst du ihn ersetzen?
  • Klingt der Ton passend, falls das Modell welchen erzeugt hat?

Lade die gewählte Variante in der höchsten verfügbaren Qualität herunter und benenne sie gleich sinnvoll, etwa „szene-02-produkt-v3.mp4“. Bei mehreren Clips verlierst du sonst schnell den Überblick.

Schritt 6: Clips zu einem längeren Video verbinden

Weil einzelne Clips kurz sind, entsteht ein längeres Video fast immer aus mehreren Teilen. Dafür gibt es drei Wege:

  1. Clips aneinanderschneiden. Jede Szene einzeln erzeugen und im Editor verbinden. Das ist der flexibelste Weg.
  2. Letztes Bild als neues Startbild. Runway empfiehlt, für längere Abläufe das letzte Frame eines Clips als Ausgangsbild für den nächsten zu nehmen und die Clips danach im Editor zu verbinden. So bleiben Figur und Umgebung eher gleich.
  3. Verlängern-Funktion. Manche Tools hängen an einen Clip weitere Sekunden an. Bei Veo 3.1 geht das laut Google in Schritten von 7 Sekunden bis maximal 148 Sekunden Gesamtlänge, bei Midjourney viermal um je etwa 4 Sekunden bis 21 Sekunden.
Drei Wege zum längeren Video1Aneinanderschneidender flexibelste WegSzene 1Szene 2Szene 32Letztes Bildals neues StartbildCLIP ACLIP B3VerlängernBeispiel Veo 3.1Clip+ 7 s+ 7 s+ 7 s…bis148 s
Drei Wege, aus kurzen Clips ein längeres Video zu machen. Die Schritte zum Verlängern gelten laut Google für Veo 3.1, andere Tools haben eigene Grenzen.

Damit die Clips zusammenpassen, beschreibe Figur, Kleidung, Licht und Stil in jedem Prompt mit denselben Worten und nutze Referenzbilder, wo es sie gibt.

Schritt 7: Schneiden, vertonen, exportieren

Die meisten KI-Clips sind Rohmaterial. Im Editor setzt du sie zusammen, ergänzt Musik, Sprecherstimme und Untertitel und exportierst im richtigen Format. Für Einsteiger reicht ein kostenloser Editor wie Clipchamp, der laut Microsoft mit Konto ohne Wasserzeichen in 1080p exportiert. Wer viel Sprache im Video hat, schneidet in Descript über das Transkript. Für Stimmen und Vertonung in vielen Sprachen gibt es ElevenLabs. Wie das im Detail geht, erklärt der Ratgeber Video mit KI bearbeiten.

Die Reihenfolge im Editor:

  1. Neues Projekt im Zielformat anlegen (9:16, 16:9 oder 1:1).
  2. Clips in der Reihenfolge deiner Szenenliste auf die Zeitleiste ziehen.
  3. Anfang und Ende jedes Clips kürzen, oft sind die ersten und letzten Bilder unruhig.
  4. Text, Logo und Hinweise als Ebene im Editor einfügen, nicht vom Modell erzeugen lassen.
  5. Musik oder Sprecherstimme anlegen und die Lautstärke so einstellen, dass Sprache verständlich bleibt.
  6. Untertitel automatisch erzeugen lassen und Fehler von Hand korrigieren.
  7. Als MP4 exportieren, in der Auflösung, die die Plattform erwartet.

Willst du das Video in weitere Sprachen bringen, übersetzen Tools wie Rask AI oder HeyGen es samt Stimme und auf Wunsch mit Lippensynchronisation.

Beispiel: ein Video in der Gemini-App erstellen

Wie die Schritte in einem konkreten Tool aussehen, zeigt die Gemini-App von Google. Laut Googles Hilfeseite läuft es am Computer so:

  1. gemini.google.com öffnen und anmelden.
  2. Oben links auf „Seitenleiste öffnen“ klicken und „Video erstellen“ wählen.
  3. Optional eine Vorlage für einen vorgegebenen Stil auswählen.
  4. Den Prompt ins Textfeld schreiben. Wer von einem Bild ausgehen will, klickt auf „Bild hinzufügen“. Laut Google sind bis zu 5 Bilder und ein Video als Referenz möglich.
  5. Das Seitenverhältnis vor der Erstellung wählen. Bei reinen Text-Prompts ist Querformat voreingestellt, bei hochgeladenen Bildern übernimmt das Video deren Format.
  6. Auf „Senden“ klicken. Die Erstellung kann laut Google einige Minuten dauern.
  7. Unter dem fertigen Video auf „Teilen“ und dann „Video herunterladen“ klicken.

Ton kannst du laut Google gleich mit anfordern, indem du ihn im Prompt beschreibst. Änderungen wie „ersetze den Hintergrund durch einen Strand“ gibst du als weiteren Prompt ein. Einschränkungen: Privatkonten brauchen ein Google-AI-Abo, die Funktion ist unter 18 Jahren nicht verfügbar, und das Hochladen eigener Videos zum Bearbeiten ist im EWR, in der Schweiz und im Vereinigten Königreich nicht möglich. Mehr dazu im Ratgeber KI-Videos mit Gemini und Veo.

KI-Video mit einer App erstellen

Wer am Smartphone arbeitet, findet Apps unter anderem von CapCut, Captions, HeyGen, Runway, Adobe Firefly und Wan. Meta Vibes läuft in der Meta-AI-App und ist laut Meta seit November 2025 auch in Europa verfügbar.

Der Ablauf in einer App entspricht dem am Rechner:

  1. App installieren und mit einem bestehenden Konto anmelden.
  2. Den Bereich für KI-Video oder Generierung öffnen.
  3. Prompt eintippen oder ein Foto aus der Galerie wählen.
  4. Hochformat 9:16 einstellen, wenn das Video auf TikTok oder Reels soll.
  5. Generieren, Ergebnis ansehen, bei Bedarf eine Variante erzeugen.
  6. In derselben App oder in CapCut Text, Musik und Untertitel ergänzen und exportieren.

Am Handy lohnt es sich, Prompts vorher in einer Notiz-App vorzuschreiben und dann einzufügen. Eine Übersicht steht unter KI-Video-Apps und in der Liste die besten KI-Video-Apps.

Beispiel: ein 20-Sekunden-Werbeclip in der Praxis

So könnte ein typischer Ablauf für einen kurzen Produktclip im Hochformat aussehen:

  1. Skript mit drei Szenen schreiben: Produkt im Detail, Produkt in Benutzung, Abschluss mit Logo und Text.
  2. Für Szene 1 und 2 je einen Bild-zu-Video-Clip aus eigenen Produktfotos erzeugen, damit das Produkt korrekt aussieht.
  3. Jede Szene zwei- bis dreimal generieren und die beste Variante wählen.
  4. Im Editor Clips zusammenschneiden, Logo und Text einfügen (Text lieber im Editor setzen als vom Modell erzeugen lassen), Musik und Untertitel ergänzen.
  5. Als 9:16 exportieren und als KI-generiert kennzeichnen, wenn Szenen realistisch wirken.

Die Szenenliste dazu, am Beispiel einer Trinkflasche:

Szene Dauer Quelle Prompt (Bild-zu-Video, Produktfoto hochgeladen)
1 Detail 5 s Produktfoto Die Kamera fährt langsam um die Flasche herum, Wassertropfen perlen an der Oberfläche ab, weiches Studiolicht.
2 Benutzung 8 s Foto der Flasche im Rucksack Eine Hand zieht die Flasche aus dem Seitenfach des Rucksacks und hebt sie ins Bild, Waldweg im Hintergrund, Morgenlicht.
3 Abschluss 5 s Editor Standbild der Flasche, Logo und Slogan als Text im Editor eingefügt.

Mehr zu diesem Anwendungsfall im Ratgeber KI-Werbevideo erstellen und in den Bestenlisten KI für Werbevideos und KI für Produktvideos.

Was kostet es, KI-Videos zu erstellen?

Die Kosten hängen davon ab, wie viele Clips du brauchst und ob du sie kommerziell nutzen willst. Einige Beispiele laut den Preisseiten der Anbieter (Stand 10/2026, Preise können sich ändern, maßgeblich ist die Seite des Anbieters):

Tool Günstigster Bezahlplan Was drin ist
Kling AI 8,80 USD/Monat 660 Credits, ohne Wasserzeichen, kommerziell
Google Veo über Google AI Plus siehe Preise erweiterter Zugriff auf Videomodelle in Gemini
PixVerse 10 USD/Monat 1.200 Credits plus tägliche Credits, bis 720p
Runway 15 USD/Monat 625 Credits, ohne Wasserzeichen
Dreamina siehe Preise Credits für Seedance-Videos, Menge je nach Plan
HeyGen 29 USD/Monat (24 USD bei Jahreszahlung) 600 Credits, Videos bis 30 Minuten
Synthesia siehe Preise Videominuten je nach Plan

Über Programmierschnittstellen (APIs) wird pro Videosekunde abgerechnet. Kling AI gibt für die API 0,084 bis 0,42 USD je Sekunde an, xAI für Grok Imagine Video 1.5 0,08 USD. Bei Google haben sich die API-Modelle im Oktober 2026 geändert, Details stehen im Ratgeber KI-Videos mit Gemini und Veo.

Ein Rechenbeispiel zur Orientierung: Ein 8-Sekunden-Clip mit Grok Imagine Video 1.5 kostet über die API laut Preisliste 0,64 USD (8 × 0,08 USD). Brauchst du für eine Szene drei Versuche, sind es 1,92 USD.

Achte bei Abos auf drei Punkte: Wie viele Clips bekommst du wirklich für die Credits, ab welchem Plan ist die kommerzielle Nutzung erlaubt, und verfallen ungenutzte Credits am Monatsende? Viele Anbieter werben außerdem mit stark rabattierten ersten Monaten, der reguläre Preis liegt dann deutlich höher.

Wenn du erst einmal ohne Kosten testen willst, lies KI-Videos kostenlos erstellen oder schau in die Liste kostenloser KI-Videogeneratoren.

Deutsch oder Datenschutz: Worauf du sonst achten solltest

Sprache: Viele Tools haben nur eine englische Oberfläche. Eine deutsche Oberfläche haben unter anderem Adobe Firefly, CapCut, Canva, Dreamina, Google Veo und PixVerse. Prompts auf Englisch funktionieren bei den meisten Generatoren trotzdem zuverlässiger. Eine Übersicht steht unter KI-Videogeneratoren auf Deutsch.

Datenschutz: Für Firmen zählt, wo Daten liegen und ob es einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) gibt. HeyGen speichert laut eigener Angabe alle Daten in den USA, bietet aber ein DPA an. Colossyan nennt EU-Datenresidenz im Enterprise-Plan. Lade keine Fotos oder Stimmen anderer Personen in ein Tool, ohne dass die Betroffenen zugestimmt haben. Mehr unter DSGVO-konforme KI-Video-Tools.

Was rechtlich gilt

Drei Punkte solltest du kennen, bevor du ein KI-Video veröffentlichst:

  • Nutzungsrechte: Viele Free-Pläne erlauben keine kommerzielle Nutzung, etwa bei Kling AI, Hailuo, Vidu oder ElevenLabs. Bei Akool gibt es die Business-Lizenz erst im Business-Plan. Prüfe vor einem Werbeeinsatz die Bedingungen deines Plans.
  • Persönlichkeitsrechte: Echte Personen, deren Gesicht oder Stimme du ohne Einwilligung nachbildest, können dagegen vorgehen. Das gilt auch für eigene Avatare von Mitarbeitenden.
  • Kennzeichnung: Realistisch wirkende KI-Inhalte solltest du als KI-generiert kennzeichnen. Plattformen verlangen das zunehmend, und die EU-KI-Verordnung sieht Transparenzpflichten für Deepfakes vor. Google versieht laut eigener Dokumentation alle mit Veo erzeugten Videos mit dem unsichtbaren Wasserzeichen SynthID.

Ausführlich und mit Quellenhinweisen erklären wir das im Ratgeber KI-Videos und Recht. Er ersetzt keine Rechtsberatung.

Was ist mit ChatGPT und Sora?

OpenAI hat Sora eingestellt. Laut OpenAI und Medienberichten wurde die App am 26. April 2026 abgeschaltet, die API am 24. September 2026. Einen Nachfolger hat OpenAI nicht benannt. ChatGPT kann dir weiterhin beim Schreiben von Prompts und Skripten helfen, das Video selbst erzeugst du dann in einem anderen Tool. Wie das praktisch aussieht, steht im Ratgeber KI-Videos mit ChatGPT. Googles Gegenstück erklären wir in KI-Videos mit Gemini und Veo, den Vergleich der beiden Modelle in Google Veo vs. OpenAI Sora.

Wenn das passiert, dann …

Problem Wahrscheinliche Ursache Lösung
Die Figur sieht in jedem Clip anders aus kein Referenzbild, Beschreibung wechselt Referenzbild hochladen, Figur in jedem Prompt mit denselben Worten beschreiben
Das Video hat ungewollte Schnitte Modell interpretiert mehrere Szenen eine Handlung pro Clip, laut Runway hilft auch der Zusatz „durchgehende Einstellung ohne Schnitt“
Die Kamera bewegt sich, obwohl sie still stehen soll keine klare Kameraangabe positiv beschreiben, etwa „statische Kamera auf Stativ, das Bild bleibt völlig ruhig“
Text im Bild ist fehlerhaft bekannte Schwäche vieler Modelle Text weglassen und im Editor einfügen
Das Ergebnis ist im falschen Format Seitenverhältnis nicht eingestellt vor dem Generieren umstellen, bei Bild-zu-Video ein Bild im Zielformat hochladen
Der Prompt wird abgelehnt Name einer echten Person, Marke oder ein heikles Motiv Person oder Marke allgemein beschreiben, Inhaltsrichtlinien des Tools prüfen
Die Credits sind schneller weg als gedacht Ton, hohe Auflösung oder lange Clips Entwürfe kurz, ohne Ton und in niedriger Auflösung erzeugen
Das Video hat ein Wasserzeichen Free-Plan Bezahlplan nutzen, wenn du das Video veröffentlichen oder kommerziell einsetzen willst
Die Generierung hängt in der Warteschlange hohe Auslastung im Gratis-Kontingent später erneut versuchen oder zu einer weniger gefragten Zeit generieren

Häufige Fehler

  • Zu viel in einen Clip packen. Eine Handlung pro Generierung liefert bessere Ergebnisse.
  • Text vom Modell erzeugen lassen. Schrift im Bild gerät bei vielen Modellen fehlerhaft. Setze Texte im Editor.
  • Das Format zu spät festlegen. Wer erst 16:9 erzeugt und dann auf 9:16 zuschneidet, verliert einen großen Teil des Bildes.
  • Den Plan nicht prüfen. Wer im Free-Plan produziert und das Video dann für Werbung nutzt, verstößt oft gegen die Bedingungen.
  • Nur auf Rabattpreise schauen. Der erste Monat ist bei mehreren Anbietern stark reduziert, danach gilt der reguläre Preis.
  • Credits falsch einschätzen. Ton, höhere Auflösung und längere Clips kosten mehr. Rechne vorher grob aus, wie viele fertige Clips ein Plan ergibt.
  • Den Schnitt vergessen. Ein roher KI-Clip ohne Ton, Text und Kürzung wirkt selten fertig. Plane den Editor als festen Schritt ein.

Wenn du mit KI-Videos Geld verdienen willst, etwa als Dienstleister oder Creator, findest du Hinweise im Ratgeber Mit KI-Videos Geld verdienen. Fachbegriffe wie Credits, Lip-Sync oder Diffusionsmodell erklärt das Glossar.

Passende Tools

Häufige Fragen

Wie kann ich ein KI-Video erstellen?

Lege Format und Länge fest, wähle ein Tool passend zum Ziel (Videogenerator, Avatar-Tool oder Editor), schreibe einen Prompt mit Motiv, Handlung, Umgebung, Kamera, Licht und Stil, erzeuge zwei bis vier Varianten und setze die besten Clips im Editor mit Musik und Untertiteln zusammen. Für den Anfang reicht ein Gratis-Konto bei einem Generator mit Free-Plan.

Welches KI-Tool ist am besten zum Videos erstellen?

Das hängt davon ab, was du erstellen willst. Für kurze Szenen aus Text eignen sich Videogeneratoren wie Kling AI, Google Veo oder Runway, für sprechende Moderatoren Avatar-Tools wie HeyGen oder Synthesia, für Shorts aus langen Videos Clip-Tools wie OpusClip. Eine Übersicht aller Tools mit Daten und Preisen findest du im Hauptvergleich.

Kann ich KI-Videos kostenlos erstellen?

Ja, viele Tools haben einen Free-Plan oder tägliche Gratis-Credits, etwa PixVerse, Wan oder Kling AI. Fast immer gibt es dann ein Wasserzeichen, eine niedrigere Auflösung und keine kommerzielle Nutzung. Ein Konto brauchst du trotzdem fast überall.

Kann ich ein KI-Video mit dem Handy erstellen?

Ja. Apps gibt es laut Anbietern unter anderem von CapCut, Captions, HeyGen, Runway, Adobe Firefly und Wan. Der Ablauf ist derselbe wie am Rechner: Prompt eingeben, Format wählen, generieren, in einem Editor fertigstellen. Für längere Projekte ist der größere Bildschirm beim Schnitt angenehmer.

Wie lang kann ein KI-Video sein?

Ein einzelner generierter Clip ist meist 5 bis 15 Sekunden lang. Einige Modelle schaffen laut Hersteller mehr, zum Beispiel Wan 3.0 und Seedance 2.5 bis 30 Sekunden. Längere Videos entstehen, indem du mehrere Clips aneinanderschneidest, Clips verlängerst oder ein Avatar- bzw. Editor-Tool nutzt.

Wie lange dauert es, ein KI-Video zu erstellen?

Die Generierung eines Clips dauert je nach Tool und Auslastung meist Sekunden bis einige Minuten. Google schreibt etwa für die Gemini-App, dass die Erstellung einige Minuten dauern kann. Deutlich mehr Zeit kosten meist Planung, mehrere Versuche und der Schnitt.

Was kostet ein KI-Video?

Abos für Videogeneratoren beginnen laut Preisseiten (Stand 10/2026) bei etwa 5 bis 15 USD oder Euro im Monat. Über APIs wird pro Sekunde abgerechnet, bei Kling AI laut Hersteller zum Beispiel 0,084 bis 0,42 USD je Sekunde, abhängig von Auflösung und Ton.

Muss ich KI-Videos kennzeichnen?

Realistisch wirkende KI-Videos solltest du kennzeichnen. Viele Plattformen verlangen das in ihren Richtlinien, und die EU-KI-Verordnung sieht Transparenzpflichten für Deepfakes vor. Details erklären wir im Ratgeber zum Rechtlichen, eine Rechtsberatung ersetzt das nicht.

Jochen Sahm, Autor & Visual Designer

Geschrieben von

Jochen Sahm

Autor & Visual Designer · Co-Founder newcreation Media GmbH

Jochen Sahm ist seit 17 Jahren Designer, Freelancer und Photoshop-Experte und Co-Founder der newcreation Media GmbH. Dort verantwortet er KI, Automatisierung und die Wahl der richtigen Werkzeuge. Zuletzt aktualisiert am 26.10.2026.

52 KI-Videogeneratoren.Ein Vergleich.

Von Text-zu-Video bis Avatar, mit Preisen, Gratis-Angeboten und Nutzerbewertungen.

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