- Englisch
- Frame interpolation
- Auch genannt
- Frame Interpolation, Bildinterpolation, Zwischenbildberechnung, Interpolation
- Thema
- Modelle & Technik
Frame-Interpolation ist ein Verfahren, das zwischen zwei vorhandenen Einzelbildern eines Videos zusätzliche Zwischenbilder berechnet. Dadurch steigt die Zahl der Bilder pro Sekunde, Bewegungen wirken flüssiger, und ein Clip lässt sich als Zeitlupe abspielen. Bei KI-Videos wird Interpolation oft genutzt, um Clips mit niedriger Bildrate nachträglich auf 30 oder 60 Bilder pro Sekunde zu bringen.
Wie funktioniert Frame-Interpolation?
Das einfachste Verfahren blendet zwei Bilder ineinander über. Das wirkt bei Bewegung unscharf und verwaschen. Bessere Methoden schätzen die Bewegung jedes Bildbereichs zwischen zwei Frames, den sogenannten optischen Fluss, und berechnen daraus, wo sich ein Objekt im Zwischenbild befinden müsste. KI-gestützte Interpolation geht noch weiter und erzeugt Zwischenbilder mit einem trainierten Modell, das auch Verdeckungen und komplexe Bewegungen besser abschätzen kann.
Aus einem Clip mit 24 Bildern pro Sekunde wird so zum Beispiel einer mit 48 oder 60. Für eine Zeitlupe erzeugt das Verfahren viele Zwischenbilder und spielt das Ergebnis mit normaler Bildrate ab.
Wann ist Interpolation sinnvoll?
- Ruckelnde KI-Clips flüssiger machen
- Zeitlupen aus normal schnellen Clips erstellen
- Videos an eine höhere Ziel-Bildrate anpassen, etwa für Bildschirme oder Plattformen mit 60 fps
- Übergänge zwischen kurzen Clips glätten
Viele KI-Video-Editoren bieten Interpolation als eigene Funktion an. Es gibt außerdem frei verfügbare Interpolationsmodelle, die du lokal nutzen kannst, siehe Open Source.
Grenzen der Frame-Interpolation
Interpolation erfindet Bewegung, die es im Original nicht gab. Bei schnellen Bewegungen, sich kreuzenden Objekten oder plötzlichen Schnitten entstehen leicht neue Artefakte, etwa verschwommene Kanten, Geisterbilder oder kurz verzerrte Hände. Bei Schnitten zwischen zwei Szenen erzeugt das Verfahren unsinnige Mischbilder, wenn es den Schnitt nicht erkennt.
Ein weiterer Punkt ist der Look. Spielfilme werden traditionell mit 24 Bildern pro Sekunde gezeigt. Wird ein solches Video auf 60 fps interpoliert, wirkt es für viele Zuschauer eher wie eine Fernsehaufnahme. Für filmische Clips ist es deshalb oft besser, bei der ursprünglichen Bildrate zu bleiben und Interpolation nur für Zeitlupen einzusetzen.
Häufige Fragen zu Frame-Interpolation
Was bringt Frame-Interpolation bei KI-Videos?
Viele KI-Modelle erzeugen Videos mit eher niedriger Bildrate. Interpolation macht Bewegungen flüssiger und erlaubt Zeitlupen, ohne dass du den Clip neu generieren musst.
Verbessert Frame-Interpolation die Bildqualität?
Nein, sie fügt nur Zwischenbilder hinzu. Schärfe und Details verbessert Upscaling. Fehler im Ausgangsvideo bleiben erhalten und können durch die Interpolation sogar deutlicher werden.
Was ist der Unterschied zu Keyframes?
Keyframes sind von dir festgelegte Start-, Zwischen- oder Endbilder, zwischen denen das Modell eine Szene erzeugt. Frame-Interpolation füllt dagegen nur kleine zeitliche Lücken zwischen bereits vorhandenen Einzelbildern.
Relevante Glossareinträge
- Frame-RateDie Frame-Rate gibt an, wie viele Einzelbilder pro Sekunde ein Video zeigt, etwa 24, 30 oder 60 fps. Sie bestimmt mit, wie flüssig Bewegung wirkt.
- Keyframe (Start- und Endbild)Ein Keyframe ist ein festgelegtes Bild an einer Stelle im Clip. Bei KI-Videos gibst du meist Start- und Endbild vor, die KI erzeugt die Bewegung.
- UpscalingUpscaling rechnet ein Video per KI auf eine höhere Auflösung hoch, etwa von 720p auf 4K, und ergänzt dabei Details, die im Original fehlen.
- Zeitliche KonsistenzZeitliche Konsistenz heißt, dass Personen, Objekte und Details in einem KI-Video von Bild zu Bild stabil bleiben, ohne zu flackern.
- Artefakte (KI-Video-Fehler)Artefakte sind sichtbare Fehler in KI-Videos, etwa Flackern, Morphing, verformte Hände, unleserliche Schrift oder Objekte, die plötzlich verschwinden.
- 4K4K ist eine Videoauflösung mit 3840 × 2160 Pixeln (Ultra HD), viermal so viele wie Full HD. Bei KI-Videos oft nur per Upscaling oder in teuren Plänen.
Relevante Ratgeber und Testberichte
Hier kommt der Begriff vor.

Geschrieben von
Autor & Visual Designer · Co-Founder newcreation Media GmbH
Jochen Sahm ist seit 17 Jahren Designer, Freelancer und Photoshop-Experte und Co-Founder der newcreation Media GmbH. Dort verantwortet er KI, Automatisierung und die Wahl der richtigen Werkzeuge. Zuletzt aktualisiert am 26.10.2026.























