- Auch genannt
- Video-Outpainting, Bild erweitern, Generative Expand, Uncrop
- Thema
- Modelle & Technik
Outpainting ist ein Verfahren, bei dem eine KI ein Bild oder Video über seine bisherigen Ränder hinaus erweitert. Das Modell erzeugt neue Bildbereiche, die zum vorhandenen Inhalt passen, etwa mehr Himmel, mehr Raum neben einer Person oder den Rest eines angeschnittenen Gebäudes. Bei KI-Videos nutzt du Outpainting vor allem, um das Seitenverhältnis zu ändern.
Wie funktioniert Outpainting?
Technisch ist Outpainting eng mit Inpainting verwandt. Das Tool vergrößert die Bildfläche und behandelt den neuen, leeren Rand als maskierten Bereich. Ein Diffusionsmodell füllt ihn so, dass Perspektive, Licht und Stil zum Original passen. Du kannst dazu einen Prompt eingeben, der beschreibt, was im neuen Bereich zu sehen sein soll. Ohne Prompt setzt das Modell die vorhandene Szene so fort, wie es am wahrscheinlichsten ist.
In Tools heißt die Funktion oft nicht Outpainting, sondern „Bild erweitern“, „Expand“ oder „Uncrop“. Bei vielen kannst du ein Ziel-Seitenverhältnis wählen, und das Tool rechnet aus, wie viel an welcher Seite ergänzt werden muss.
Wofür brauchst du Outpainting bei KI-Videos?
Der häufigste Fall ist der Formatwechsel. Ein Clip im Querformat 16:9 soll als Reel oder Short im Hochformat 9:16 laufen. Beim reinen Zuschneiden bleibt nur ein schmaler Streifen aus der Mitte übrig. Mit Outpainting ergänzt die KI stattdessen oben und unten neuen Inhalt. Umgekehrt lässt sich aus einem Hochformat-Clip ein Querformat machen. Mehr zu Formaten für soziale Netzwerke findest du unter Shorts und Clips.
Ein zweiter Einsatz ist die Vorbereitung von Startbildern für Bild-zu-Video. Wenn dein Motiv zu eng angeschnitten ist, schaffst du mit Outpainting Platz für eine Kamerafahrt oder einen Schwenk, damit das Videomodell an den Rändern nicht selbst improvisieren muss.
Worauf du achten solltest
Je mehr Fläche die KI ergänzen muss, desto größer das Risiko, dass es unpassend wirkt. Ein schmaler Rand gelingt meist besser als eine Verdopplung der Bildfläche. Achte auf die Übergänge: Linien, Horizonte und Schatten sollten ohne Bruch weiterlaufen.
Bei Video kommt die Bewegung hinzu. Die ergänzten Bereiche müssen sich mit der Kamera mitbewegen und über alle Frames gleich aussehen. Prüfe den Clip in voller Länge auf Flackern und Formveränderungen am Rand. Oft ist es zuverlässiger, schon das Startbild im Zielformat zu erzeugen oder per Outpainting zu erweitern, als ein fertiges Video nachträglich umzuformatieren.
Häufige Fragen zu Outpainting
Wofür braucht man Outpainting?
Vor allem, um ein Bild oder Video in ein anderes Seitenverhältnis zu bringen, ohne wichtige Bildteile abzuschneiden. Auch ein zu enger Bildausschnitt lässt sich damit erweitern.
Ist Outpainting das Gleiche wie Zuschneiden?
Nein, eher das Gegenteil. Beim Zuschneiden fällt Bildinhalt weg, beim Outpainting erzeugt die KI neuen Inhalt an den Rändern dazu.
Wie gut funktioniert Outpainting bei Videos?
Bei ruhigen Aufnahmen mit einfachem Hintergrund meist brauchbar. Bei schnellen Kamerabewegungen und komplexen Szenen passen die ergänzten Ränder oft nicht sauber zum Original oder flackern.
Relevante Glossareinträge
- InpaintingInpainting bezeichnet das KI-gestützte Ersetzen oder Entfernen eines markierten Bereichs in einem Bild oder Video, während der Rest unverändert bleibt.
- SeitenverhältnisDas Seitenverhältnis beschreibt das Verhältnis von Breite zu Höhe eines Videos, etwa 16:9 für YouTube oder 9:16 für TikTok, Reels und Shorts.
- 9:16-Hochformat9:16 ist das senkrechte Videoformat für TikTok, Instagram Reels und YouTube Shorts, meist mit 1080 × 1920 Pixeln.
- DiffusionsmodellEin Diffusionsmodell erzeugt Bilder oder Videos schrittweise aus zufälligem Rauschen. Die meisten aktuellen Videogeneratoren beruhen darauf.
- 4K4K ist eine Videoauflösung mit 3840 × 2160 Pixeln (Ultra HD), viermal so viele wie Full HD. Bei KI-Videos oft nur per Upscaling oder in teuren Plänen.
- APIEine API ist eine Programmierschnittstelle, über die eigene Software ein KI-Videomodell ohne Weboberfläche ansteuert. Abgerechnet wird meist pro Sekunde.

Geschrieben von
Autor & Visual Designer · Co-Founder newcreation Media GmbH
Jochen Sahm ist seit 17 Jahren Designer, Freelancer und Photoshop-Experte und Co-Founder der newcreation Media GmbH. Dort verantwortet er KI, Automatisierung und die Wahl der richtigen Werkzeuge. Zuletzt aktualisiert am 26.10.2026.























