- Auch genannt
- Video-Inpainting, Inpaint, generatives Füllen
- Thema
- Modelle & Technik
Inpainting ist ein Verfahren, bei dem eine KI einen markierten Bereich in einem Bild oder Video neu erzeugt. Du maskierst die Stelle, die sich ändern soll, und beschreibst optional, was dort stattdessen zu sehen sein soll. Der Rest des Bildes bleibt unverändert. So entfernst du störende Objekte, korrigierst Bildfehler oder tauschst einzelne Elemente aus.
Wie funktioniert Inpainting?
Der Begriff stammt ursprünglich aus der Restaurierung von Gemälden, bei der beschädigte Stellen nachgemalt werden. In der Bildbearbeitung gab es schon vor generativer KI Verfahren, die Lücken aus der Umgebung auffüllen. Heutige KI-Modelle, meist Diffusionsmodelle, gehen weiter: Sie erzeugen im maskierten Bereich neue Inhalte, die zu Licht, Perspektive und Stil des übrigen Bildes passen.
Der Ablauf ist fast immer gleich. Du malst eine Maske über den Bereich, gibst einen kurzen Prompt ein, etwa „leere Holzbank“ statt einer Person auf der Bank, und lässt das Tool mehrere Varianten erzeugen. Ohne Prompt versucht das Modell, den Bereich so zu füllen, dass er unauffällig in die Umgebung passt.
Wofür brauchst du Inpainting bei KI-Videos?
- Bildfehler korrigieren: verformte Hände, zusätzliche Finger, unleserlicher Text auf Schildern.
- Störendes entfernen: Passanten, Logos, Kabel oder ein Mikrofon im Bild.
- Gezielt ändern: andere Farbe eines Kleidungsstücks, ein Produkt austauschen, ein Detail im Hintergrund ergänzen.
Oft ist es einfacher, das Startbild per Inpainting zu korrigieren und dann daraus ein Video zu erzeugen, als das fertige Video zu bearbeiten. Das ist der übliche Weg bei Bild-zu-Video. Einige KI-Video-Editoren und Plattformen bieten Inpainting aber auch direkt für Videoclips an, oft unter Namen wie „Objekt entfernen“ oder „Bereich bearbeiten“.
Worauf du achten solltest
Bei Video ist Inpainting deutlich anspruchsvoller als bei einem Einzelbild. Der neu erzeugte Bereich muss sich über alle Frames hinweg mit der Kamera und dem Motiv mitbewegen. Gelingt das nicht, flackert die Stelle oder verändert sich von Bild zu Bild. Prüfe das Ergebnis deshalb in voller Geschwindigkeit und nicht nur anhand einzelner Standbilder.
Ziehe die Maske etwas größer als das Objekt, damit keine Ränder oder Schatten zurückbleiben. Bei großen Flächen oder komplexem Hintergrund liefern mehrere kleine Durchgänge oft bessere Ergebnisse als ein einziger großer. Und behalte rechtliche Grenzen im Blick: Wenn du Personen, Aussagen oder Ereignisse in einem echten Video veränderst, kann das Ergebnis als Deepfake gelten. Mehr dazu im Ratgeber KI-Videos und Recht.
Häufige Fragen zu Inpainting
Was ist der Unterschied zwischen Inpainting und Outpainting?
Beim Inpainting veränderst du einen Bereich innerhalb des Bildes, etwa um ein Objekt zu entfernen. Beim Outpainting erweitert die KI das Bild über seine bisherigen Ränder hinaus.
Funktioniert Inpainting auch bei Videos?
Ja, aber es ist schwieriger als bei Bildern. Der ersetzte Bereich muss in jedem Frame passen und sich mit der Kamera und dem Motiv mitbewegen, sonst flackert er.
Wofür nutzt man Inpainting bei KI-Videos?
Typisch ist das Ausbessern von Bildfehlern, das Entfernen störender Objekte oder Personen und das gezielte Austauschen einzelner Elemente wie Kleidung oder Hintergrunddetails.
Relevante Glossareinträge
- OutpaintingOutpainting ist das KI-gestützte Erweitern eines Bildes oder Videos über seine Ränder hinaus, etwa um aus einem Querformat ein Hochformat zu machen.
- DiffusionsmodellEin Diffusionsmodell erzeugt Bilder oder Videos schrittweise aus zufälligem Rauschen. Die meisten aktuellen Videogeneratoren beruhen darauf.
- Video-to-VideoVideo-to-Video nimmt ein vorhandenes Video als Vorlage und erzeugt daraus ein neues, etwa in anderem Stil oder mit anderer Umgebung.
- Artefakte (KI-Video-Fehler)Artefakte sind sichtbare Fehler in KI-Videos, etwa Flackern, Morphing, verformte Hände, unleserliche Schrift oder Objekte, die plötzlich verschwinden.
- Zeitliche KonsistenzZeitliche Konsistenz heißt, dass Personen, Objekte und Details in einem KI-Video von Bild zu Bild stabil bleiben, ohne zu flackern.
- 4K4K ist eine Videoauflösung mit 3840 × 2160 Pixeln (Ultra HD), viermal so viele wie Full HD. Bei KI-Videos oft nur per Upscaling oder in teuren Plänen.

Geschrieben von
Autor & Visual Designer · Co-Founder newcreation Media GmbH
Jochen Sahm ist seit 17 Jahren Designer, Freelancer und Photoshop-Experte und Co-Founder der newcreation Media GmbH. Dort verantwortet er KI, Automatisierung und die Wahl der richtigen Werkzeuge. Zuletzt aktualisiert am 26.10.2026.























