- Englisch
- Inference
- Auch genannt
- Inference, Modellinferenz, Inferenzzeit
- Thema
- Modelle & Technik
Inferenz bezeichnet die Anwendung eines fertig trainierten KI-Modells. Du gibst einen Prompt, ein Bild oder ein Video ein, und das Modell berechnet daraus ein Ergebnis. Jedes Mal, wenn du in einem KI-Videogenerator auf „Erstellen“ klickst, startet eine Inferenz.
Wie unterscheidet sich Inferenz vom Training?
Ein KI-Modell durchläuft zwei Phasen. Im Training lernt es aus großen Datenmengen und passt dabei seine Gewichte an. Das passiert einmal oder in größeren Abständen und kostet sehr viel Rechenleistung. Danach ist das Modell fertig und wird nur noch benutzt. Diese Nutzung ist die Inferenz. Das Modell lernt dabei nichts Neues aus deinem Prompt, es wendet sein vorhandenes Wissen an.
Bei Videomodellen ist auch die Inferenz aufwendig. Ein Diffusionsmodell rechnet für einen einzigen Clip viele Schritte nacheinander, und in jedem Schritt wird der gesamte Clip verarbeitet. Dazu kommt das Umrechnen der Ergebnisse in echte Bilder. Deshalb dauert eine Generierung oft Minuten, während ein Sprachmodell in Sekunden antwortet.
Wo läuft die Inferenz?
Bei Web-Tools und Apps läuft die Inferenz auf den Servern des Anbieters, meist auf leistungsstarken Grafikprozessoren in Rechenzentren. Du siehst davon nur die Warteschlange und die Zeit, bis der Clip fertig ist. Bei offenen Modellen kannst du die Inferenz auch auf deinem eigenen Rechner ausführen. Dann brauchst du eine passende Grafikkarte mit genügend Speicher, zahlst aber keine Credits und deine Daten bleiben bei dir. Welche Modelle das erlauben, steht unter Open Source.
Was bedeutet das für dich?
Die Kosten der Inferenz erklären die Preise von Videotools. Alles, was mehr Rechenarbeit verursacht, kostet mehr: längere Clips, höhere Auflösung, mehr Sampling-Schritte, größere Modelle. Viele Anbieter bieten deshalb schnelle Entwurfsmodi mit weniger Qualität an. Erzeuge Varianten erst im günstigen Modus und rechne nur die beste Version in voller Qualität. Wie du mit wenig Budget arbeitest, zeigt der Ratgeber KI-Videos kostenlos erstellen.
Häufige Fragen zu Inferenz
Was ist der Unterschied zwischen Training und Inferenz?
Im Training lernt das Modell aus Daten und verändert dabei seine Gewichte. Bei der Inferenz bleiben die Gewichte unverändert, das Modell wendet nur an, was es gelernt hat, und erzeugt aus deinem Prompt ein Ergebnis.
Warum kostet jede Videogenerierung Credits?
Weil jede Inferenz Rechenzeit auf teuren Grafikprozessoren belegt. Anbieter rechnen diese Kosten über Credits ab. Längere Clips, höhere Auflösung und aufwendigere Modelle brauchen mehr Rechenzeit und deshalb mehr Credits.
Relevante Glossareinträge
- GPU (Grafikprozessor)Eine GPU (Grafikprozessor) ist ein Chip, der viele Rechnungen gleichzeitig ausführt. KI-Videomodelle werden fast nur auf GPUs trainiert und betrieben.
- GenerierungszeitDie Generierungszeit ist die Dauer, bis ein KI-Tool aus Prompt oder Bild ein fertiges Video berechnet hat. Je nach Modell Sekunden bis Stunden.
- CreditsCredits sind die interne Verrechnungseinheit vieler KI-Videotools. Jede Generierung verbraucht Credits, abhängig von Modell, Länge, Auflösung und Ton.
- Sampling StepsSampling Steps sind die Rechenschritte, in denen ein Diffusionsmodell Rauschen zu einem Bild oder Video verfeinert. Mehr Schritte kosten mehr Zeit.
- KI-Video lokal ausführenLokal ausführen heißt, ein Videomodell auf dem eigenen Rechner laufen zu lassen statt beim Anbieter. Nötig sind offene Gewichte und eine starke GPU.
- 4K4K ist eine Videoauflösung mit 3840 × 2160 Pixeln (Ultra HD), viermal so viele wie Full HD. Bei KI-Videos oft nur per Upscaling oder in teuren Plänen.

Geschrieben von
Autor & Visual Designer · Co-Founder newcreation Media GmbH
Jochen Sahm ist seit 17 Jahren Designer, Freelancer und Photoshop-Experte und Co-Founder der newcreation Media GmbH. Dort verantwortet er KI, Automatisierung und die Wahl der richtigen Werkzeuge. Zuletzt aktualisiert am 26.10.2026.























